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02.12.2019, 16:28 Uhr KOMMENTAR ZUM AGRARGIPFEL

Agrargipfel: Außer reden nix gewesen - Bauern müssen weiter bangen

Ein Kommentar von Dirk Fisser


Agrargipfel mit der Bundeskanzlerin: 80 Vertreter nahmen an der Veranstaltung teil. Foto: dpa/Kay NietfeldAgrargipfel mit der Bundeskanzlerin: 80 Vertreter nahmen an der Veranstaltung teil. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Osnabrück. Als Reaktion auf die Bauern-Großdemonstrationen der vergangenen Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Agrargipfel geladen. Doch außer reden, ist nicht viel gewesen. Ein Kommentar.

Da organisieren Bauern an allen üblichen Verbandsstrukturen vorbei Demonstrationen, mit denen sie deutschlandweit auf ihre schwierige Lage hinweisen. Und wie reagiert die Bundesregierung? Sie lädt Verbände zum Gespräch. Zumindest weit überwiegend. Immerhin waren unter den 80 Gesprächspartnern von Kanzlerin Merkel auch zwei, die die unkonventionellen Proteste über Whatsapp und Facebook mitorganisiert haben.

Das ist der eigentliche Grund, warum schon vor dem Gipfel Zweifel an einem wirklichen Durchbruch angebracht waren, und nicht die Tatsache, dass für Umwelt- und Tierschutzverbände kein Platz war. Schon ohne die Kritiker von außen, ist die Agrarbranche an sich gespalten.

Aber was hat der Gipfel abgesehen von schönen Fotos mit der Kanzlerin gebracht? Die gerade von den eigenen Mitgliedern zuletzt arg gescholtenen Verbände wie der Bauernverband haben nun die Bestätigung, dass sie doch noch gebraucht werden - und sei es nur als Gesprächspartner der Bundesregierung beziehungsweise der ebenfalls zuletzt von Landwirten arg kritisierten CDU.

Was aber spürbare Effekte über die reine Selbstbestätigung hinaus angeht, heißt es abwarten. Vor allem weitere Gespräche wurden verabredet. Gut so, es muss immerhin geklärt werden, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll. Auch wenn das für den einzelnen Bauern weiter heißt: Die Unsicherheit mit Blick auf die eigene Zukunft bleibt.


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