Über Länder- und Parteigrenzen hinweg Hier trifft sich der Norden: Herbstempfang der NOZ in Berlin



Berlin. Ein Treffen mit Tradition: Zum mittlerweile 14. Mal hat die NOZ am Donnerstagabend zum Herbstempfang in Berlin geladen. Vertreter aus Bundes- und Landespolitik sowie aus Verbänden nutzten die Gelegenheit zum Austausch über Partei- und Landesgrenzen hinweg.

In der gemeinsamen Landesvertretung von Niedersachsen und Schleswig-Holstein kamen rund 150 Gäste zusammen, darunter die beiden Hausherren, die Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU). 

Die Nordländer bilden gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern das Kernverbreitungsgebiet der Verlagshäuser NOZ Medien und mh:n Medien mit den Zeitungen der Neuen Osnabrücker Zeitung, dem Flensburger Tageblatt und der Schweriner Volkszeitung

Altbundespräsident und früherer Ministerpräsident Christian Wulff (links). Foto: Michael Gründel

Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke betonte in seiner Begrüßung zum einen die Bedeutung einer lebendigen Medienvielfalt in Deutschland. Zum anderen aber auch die großen Herausforderungen, vor denen speziell Tageszeitungen stünden. 

"Unabhängiger Journalismus mehr wert"

40 Millionen Euro hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages jüngst als Unterstützung für die Zeitungszustellung in Deutschland beschlossen. „Das sind 0,007 Cent pro Zeitung“, betonte Geisenhanslüke, wohingegen andere Wirtschaftszweige mit Milliardensummen unterstützt würden. „Unabhängiger Journalismus sollte auch der Politik mehr wert sein“, gab der Chefredakteur Anlass zur Diskussion am Abend. 

Im Gespräch: Osnabrücker Landrätin Anna Kebschull, CDU-Vize Silvia Breher, Vizechefin der Unionsfraktion Gitta Connemann und NOZ-Vize Burkhard Ewert. Foto: Michael Gründel

Die Gäste wie FDP-Chef Christian Lindner, die ehemalige Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne) oder Linke-Vorsitzende Katja Kipping nutzten die Gelegenheit auch für einen vorzeitigen Rückblick auf das politische Jahr 2019 und einen Ausblick auf das, was 2020 kommt. Eines der bestimmenden Themen war dabei der große Unmut auf dem Land. 

Bauerndemo eines der Top-Themen

Erst am Dienstag hatten sich Tausende Landwirte auch und gerade aus Norddeutschland auf den Weg nach Berlin gemacht, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Diese Machtdemonstration hatte bleibenden Eindruck bei Bundes- und Landespolitik hinterlassen und sorgte für reichlich Gesprächsstoff am Donnerstagabend.

Julia Klöckner und Wolfgang Kubicki. Herbstempfang von NOZ und mh:n Medien in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein und Niedersachsen in Berlin. Foto: Michael Gründel

Ebenso wie schon im vergangenen Jahr bot auch der Parteivorsitz einer der drei Regierungsparteien in Berlin Grund für Spekulationen. Ging es 2018 noch um die Frage, wer künftig die CDU führt – letztlich wurde es Annegret Kramp-Karrenbauer -, ging es dieses Jahr um die Spitzenposition der SPD.  

FDP-Vorsitzender Christian Lindner und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Gespräch. Foto: Michael Gründel

Wer macht bei der aktuell noch laufenden Mitgliederbefragung das Rennen? Das von vielen favorisierte Duo Olaf Scholz und Klara Geywitz oder doch die vermeintlichen Außenseiter Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans? Eine klare Tendenz war bei den Gesprächen am Abend nicht auszumachen. Am Samstag will die Partei das Ergebnis der Stichwahl verkünden.

Stellvertretender Chefredakteur der Schweriner Volkszeitung Max-Stefan Koslik (von links), der Polarforscher Arved Fuchs und Marcus Tackenberg, Leiter des Produktionsteams Print/mantel bei der NOZ. Foto: Michael Gründel

Wechsel im Berliner Büro

Auch bei der NOZ steht ein Wechsel an: Beate Tenfelde, langjährige Hauptstadt-Korrespondentin der Gruppe, wird Anfang 2020 in den Ruhestand gehen. Auch deswegen war der traditionelle Herbstempfang in diesem Jahr besonders gut besucht – viele langjährige Wegbegleiter der Journalistin nutzten die Gelegenheit fernab des trubeligen Polit-Alltags zum persönlichen Gespräch mit der erfahrenen Reporterin.

Aus dem Herzen der Hauptstadt berichtet unsere langjährige Korrespondentin Beate Tenfelde (Mitte). Im Februar 2020 beginnt für sie der Ruhestand – deshalb gibt es bei ihrem letztem Herbstempfang Blumen vom NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke. Ihre Nachfolgerin wird Rena Lehmann (rechts). Foto: Michael Gründel

In einer kurzen Ansprache verwies Tenfelde darauf, dass der Ton in der Bundespolitik in den vergangenen Jahren deutlich rauer geworden sei. Sie bat die Gäste: "Seid gut zueinander."

Ab Februar steigt Rena Lehmann in die Berliner Polit-Berichterstattung unserer Redaktion ein. Sie war zuvor langjährige Hauptstadtkorrespondentin der „Rhein Zeitung“. Gemeinsam mit Tobias Schmidt arbeitet sie künftig im Berliner Büro der Mediengruppe, das mit seinen Berichten jeden Tag bis zu 2,5 Millionen Leser erreicht.

Grünen-Politiker Christian Meyer (links) und Jürgen Trittin im Gespräch mit NOZ-Korrespondent Tobias Schmidt. Foto: Michael Gründel


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