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28.11.2019, 17:05 Uhr KOMMENTAR

Finanzskandal im Vatikan: mehr Transparenz!

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Osnabrück. Wenn nach einer Asienreise des Papstes die Finanzen des Vatikans die Schlagzeilen beherrschen, ist aus Kirchensicht etwas schiefgelaufen. Ein Kommentar.

Schnell verklungen ist etwa der Appell von Franziskus, stärker gegen Kinderprostitution und Sextourismus in Thailand vorzugehen. Stattdessen geht es nun um eine Luxus-Immobilie in London, dubiose Transaktionen und die Frage, was aus Spendengeldern geworden ist.

Das Thema Missbrauch in der katholischen Kirche ist noch nicht aufgearbeitet – da droht der nächste Skandal. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten kocht das Thema Finanzen hoch. Eine Buchveröffentlichung und mit der die These, der Vatikan stehe kurz vor der Pleite, ließen bereits im Oktober aufhorchen. Der Kirche fällt es nun schwer zu rechtfertigen, warum von Spenden, die den Ärmsten zugutekommen sollen, eine ehemalige Harrods-Filiale gekauft wurde, in der jetzt Luxuswohnungen ausgebaut werden sollen.

Immerhin: Der Vatikan setzt zunehmend auf externe Kontrolleure, auf echte Finanzexperten. Das sorgt mindestens intern für größere Kontrolle und Transparenz. Auch wenn das für die Kirche ungewohnt bis unangenehm sein dürfte – ohne diesen Schritt wird es auf Dauer nicht gehen. Denn wie beim Thema Missbrauch geht es hier um den absoluten Kern der Kirche: ihre Glaubwürdigkeit.


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