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27.11.2019, 17:57 Uhr KOMMENTAR

Ursula von der Leyen will viel und macht es sich damit nicht leicht

Ein Kommentar von Thomas Ludwig


Freudestrahlend am Ziel: Ursula von der Leyen ist die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission. Nachdem das EU-Parlament ihrem Team zugestimmt hat, geht es am 1. Dezember an die Arbeit. Foto: Zhang Cheng/imago imagesFreudestrahlend am Ziel: Ursula von der Leyen ist die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission. Nachdem das EU-Parlament ihrem Team zugestimmt hat, geht es am 1. Dezember an die Arbeit. Foto: Zhang Cheng/imago images
Zhang Cheng via www.imago-images.de

Osnabrück. Gemessen an dem, was sie und ihr Team sich vorgenommen haben, wird es die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nicht leicht haben, ihren eigenen Ansprüchen zu genügen.

Mehr Klimaschutz, mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Innovation und mehr geopolitische Bedeutung der EU – all das hat von der Leyen auf die „to-do“-Liste gesetzt. Und noch mehr. Will sie zuviel?

Die Juncker-Kommission war von Krisen getrieben; der Euro musste gerettet, Migration bewältigt und Rechtstaatlichkeit in so manchem Mitgliedsland verteidigt werden. Vieles deutet darauf hin, dass es von der Leyens Team ähnlich ergehen könnte; zu viele Altlasten nimmt es mit in die neue Zeit. Vorsicht also mit all zu hohen Erwartungen.

Die Kommission kann Akzente setzen und Initiativen ergreifen. Im Ergebnis bleibt sie immer vom Wohl und Wehe des EU-Parlaments und der Regierungen in den Mitgliedstaaten abhängig. Von der Leyen wird also an zahlreichen Fronten netzwerken müssen. Und noch etwas kommt hinzu.

Soll die EU Bestand haben, müssen die Bürger wieder für das Projekt Europa brennen. Inhaltlich gute Arbeit vorausgesetzt, wird von der Leyen dereinst nur auf eine erfolgreiche Zeit als Kommissionspräsidentin zurückblicken können, wenn es ihr auch gelingt, emotional entsprechend Funken zu schlagen. Das Zeug dazu hat sie.


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