Bis zu sieben Jahre Gefängnis Tierquälern drohen in den USA nun hohe Haftstrafen

Donald Trump hat ein Gesetz verabschiedet, das Tierquälerei strenger bestraft. Foto: imago images/MediaPunchDonald Trump hat ein Gesetz verabschiedet, das Tierquälerei strenger bestraft. Foto: imago images/MediaPunch
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Washington. In den USA wird Tierquälerei künftig als schwere Straftat eingestuft. Ein Vorbild für Deutschland? Ja, sagen Tierschützer.

Tierquälerei wird in den USA künftig härter bestraft. Donald Trump unterzeichnete in dieser Woche ein dementsprechendes Gesetz, das zuvor bereits vom Senat verabschiedet wurde. Nun steht es in den gesamten Vereinigten Staaten unter Strafe, Tiere zu quetschen, ertränken, ersticken, verbrennen oder an ihnen eine andere schwere Gewalttat zu verüben. Dadurch, dass eine solche Tierquälerei nun als schwere Straftat behandelt wird, kann eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verhängt werden. 

Das neue Gesetz soll zum einen Lücken auf Bundesebene schließen, da zwar bereits die Mehrheit der Bundesstaaten Tierquälerei als schwere Straftat einstuft, die Täter aber meist nur wegen kleinen Vergehen betraft werden. Zum anderen soll es den Kampf gegen sogenannte Animal-Crushing-Videos vereinfachen, wie die "Washington Post" berichtet. In diesen Filmen werden Tiere auf brutale Weise malträtiert und getötet. Zuvor war zwar bereits die Produktion, der Verkauf und die Verbreitung solcher Videos in den USA verboten, die Taten selbst nach Bundesgesetzen aber noch legal.  

Die USA als Vorbild?

In Deutschland wird seit langem ein härteres Vorgehen gegen Tierquälerei gefordert. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert, dass das bestehende Strafmaß von bis zu drei Jahren Haft nur selten ausgeschöpft werde, meist würden Geldstrafen verhängt. Außerdem ist versuchte Tierquälerei nicht strafbar. Das bedeutet, dass beispielsweise das Auslegen von Giftködern solange als Ordnungswidrigkeit geahndet wird, bis tatsächlich ein Tier stirbt.

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Auch die Grünen scheinen die USA als Vorbild zu sehen. "Das Gesetz muss verschärft werden, wenn es Wirkung entfalten soll", sagte Grünen-Rechts- und Tierschutzexpertin Renate Künast dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. In Zukunft sollte es eine Straftat sein, einem Tier mutwillig Schmerzen oder Leiden zu zufügen, verlangte Künast.

Das müsse auch für quälerische Haltungsbedingungen in der Landwirtschaft gelten. "Wer Schweine unter lebensfeindlichen Bedingungen hält, kann heute noch mit staatlicher Unterstützung rechnen", monierte die Grünen-Politikerin. So sei der Kastenstand, in den Schweine für mehrere Monate gezwängt werden, noch gängige Praxis. Künast sprach von einem "System staatlich akzeptierter Agrarkriminalität gegen Tiere".

(mit dpa)


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