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25.11.2019, 17:44 Uhr GEWALT UNTER PARTNERN

Frauen brauchen mehr Schutz - sofort

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Die Arme eines Mannes (r) halten mit Gewalt die Arme einer Frau fest. Foto: Maurizio Gambarini/dpaDie Arme eines Mannes (r) halten mit Gewalt die Arme einer Frau fest. Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Maurizio Gambarini

Osnabrück. Quasi stündlich wird in Deutschland eine Frau Opfer häuslicher Gewalt, alle drei Tage endet solche Gewalt statistisch gesehen tödlich. Das weiß man alles seit Langem. Und doch klaffen beim Schutz der Frauen gewaltige Lücken. Es ist ein Armutszeugnis für das reiche Deutschland. Ein Kommentar.

Welche Tragödien, welch unfassbares Leid mitten unter uns: Frauen werden bedroht, geschlagen, sexuell genötigt, eingesperrt und erschreckend oft sogar getötet. 140755 Fälle häuslicher Gewalt registrierten die Behörden im vergangenen Jahr. Und in mehr als vier Fünftel aller Fälle waren die Opfer weiblich.

Die öffentliche Empörung über Gewalt in der Partnerschaft hält sich erstaunlicherweise in Grenzen. Tabus verstellen den Blick in den privaten Bereich. Und das häufige Tatmotiv Eifersucht führt oft nur zu Verurteilungen wegen Totschlags. Dabei könnte man Eifersucht ebenso wie Habgier als niederen Beweggrund und damit als Mordmerkmal werten. Die Strafen fielen dann deutlich höher aus.

Ebenso wie im Strafrecht besteht auch beim Schutz der Frauen Handlungsbedarf. Dass es nicht genug Plätze in Frauenhäusern gibt, ist ein Skandal, denn schon seit Jahren häufen sich die Meldungen, dass Hilfesuchende aus Platzmangel abgewiesen werden. Auch hat Deutschland internationale Konventionen gegen Gewalt unterzeichnet. Und doch fehlen gemessen daran mehr als 10000 Plätze in Frauenhäusern.

Dass Familienministerin Giffey jetzt gegensteuern will, ist mithin überfällig. Wichtig bleibt darüber hinaus, dass die Verantwortlichen in Ländern und Kommunen den Frauen in Not endlich besser helfen.


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