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18.11.2019, 18:54 Uhr KOMMENTAR

Zum Weltmännertag: Das Ende der Klischees

Ein Kommentar von Melanie Heike Schmidt


Sauber! Bei aller Diskussion um alte und neue Männerbilder gelingt vielen Männern der Spagat zwischen den verschiedenen Ansprüchen längst sehr gut. Das zeigen auch Studien. Foto: Gerhard Leber/imago stock&peopleSauber! Bei aller Diskussion um alte und neue Männerbilder gelingt vielen Männern der Spagat zwischen den verschiedenen Ansprüchen längst sehr gut. Das zeigen auch Studien. Foto: Gerhard Leber/imago stock&people

Osnabrück. Der 19. November ist Weltmännertag, ein guter Anlass, um nachzufragen: Wie steht es um das Männerbild heute? Die Antwort darauf ist vielschichtig, denn tatsächlich ist der Mann vielfach zwar schon Realität, doch längst nicht überall oder in jeder Beziehung. Es gibt noch Luft nach oben.

Wie soll er sein, der Mann von heute? Ein starker Beschützer? Ein Karrieremensch? Oder doch eher der fürsorgliche Vater, der sich um Kinder und Haushalt kümmert? Wie so oft liegt die Antwort nicht im Entweder-Oder, sondern im Kompromiss. Ihn zu finden, ist indes nicht so leicht.

Wann ist ein Mann ein Mann, fragte Herbert Grönemeyer schon 1984 in seinem Hit „Männer“ und beschrieb Gegensätze, die sich kaum vereinen lassen. Hitzige Diskussionen folgten. Heute, gut drei Jahrzehnte später, wird immer noch diskutiert, allerdings mit halber Kraft. Denn vielfach hat die Realität die Debatte längst überholt. Studien zeigen, dass der Mann von heute längst vieles vereint, das lange unmöglich schien: Er kann, wie James-Bond-Darsteller Daniel Craig, ein Baby im Tragetuch herumtragen, ohne seine Männlichkeit zu verlieren. Und dank flexibler Angebote wie der Elternzeit kann er sogar beides: Kind und Karriere unter einen Hut bringen.

Doch die Zahlen zeigen auch, dass noch Luft nach oben ist. Noch immer nehmen zu wenige Männer Elternzeit, noch immer sind Haushalt und Kindererziehung mehrheitlich Frauensache. Dennoch: Der Wandel ist spür- und sichtbar. Am Ende spielt die Zeit für den modernen Mann, der nicht mehr zerrissen wird zwischen Erwartungshaltungen, sondern der sich fernab aller Klischees selbst neu definiert. Und das ist gut so.


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