SPD-Promis stützen Scholz Auch Pistorius stellt sich hinter Vizekanzler

Wünschen sich Olaf Scholz und Klara Geywitz als neue SPD-Spitze: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping. 
Foto: Gerhard Leber / Imago ImagesWünschen sich Olaf Scholz und Klara Geywitz als neue SPD-Spitze: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping. Foto: Gerhard Leber / Imago Images

Osnabrück. Vor der Stichwahl um den SPD-Vorsitz stellen sich immer mehr Promi-Genossen hinter das Duo Olaf Scholz und Klara Geywitz. Nach mehreren Kabinettsmitgliedern werben jetzt auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping im Gespräch mit unserer Redaktion für Scholz und Geywitz.

„Wir sind als Ost-West-Team angetreten. 30 Jahre nach dem Mauerfall ist für uns klar: Unsere SPD braucht in den kommenden Jahren eine Ost-West-Doppelspitze", sagte Pistorius. "Es geht um unterschiedliche Lebenserfahrungen und Blickwinkel. Deswegen werden wir in der Stichwahl Klara Geywitz und Olaf Scholz unterstützen." 

Pistorius und Köpping hatten sich selbst um den SPD-Vorsitz beworben, waren in der ersten Runde aber mit enttäuschendem Ergebnis ausgeschieden. Köpping sagte unserer Redaktion: "Ich erwarte von Klara Geywitz, dass sie erkennbar die ostdeutsche Perspektive einnimmt und damit einen Beitrag hin zu einer gesamtdeutsche Politik leistet.“

In der Stichwahl vom 19. bis 29. November tritt das Duo Scholz/Geywitz gegen Ex-NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken aus Stuttgart an. 

Walter-Borjans hatte mit seiner Empfehlung, die SPD solle wegen ihrer miesen Umfragewerte vor der nächsten Bundestagswahl auf einen eigenen Kanzlerkandidaten verzichten, für Kopfschütteln gesorgt und sich in die Defensive gebracht. Die Jusos stehen allerdings weiter hinter dem Tandem.

Finanzminister Scholz und die Brandenburger Sozialdemokratin Geywitz, die für eine Fortsetzung der Großen Koalition werben, erhalten deutlich mehr Rückendeckung aus Bundestagsfraktion und Kabinett. Außenminister Heiko Maas, Familienministerin Franziska Giffey, Justizministerin Christine Lambrecht und Ex-SPD-Chef Martin Schulz gehören zu ihren Unterstützern.

Dass immer mehr Spitzen-Genossen für Scholz und Geywitz werben, hat inzwischen für scharfe innerparteiliche Kritik gesorgt. So sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Freitag dem "Kölner Express", durch die Promi-Wahlempfehlungen werde das aufwendige Verfahren der Basis-Befragung "konterkariert". "Damit tun die Akteure sich und er SPD keinen Gefallen." Der SPD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Sebastian Hartmann, sprach von „Basta-Botschaften“, die dem Geist der Mitgliedervotums widersprächen, Achim Post, Fraktionsvize im Bundestag, forderte „Fairness“. In der Frage des Vorsitzes entschieden nicht die Gremien, sondern die Mitglieder.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN