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07.11.2019, 17:46 Uhr KOMMENTAR ZU GESUNDHEITS-APPS

Auf die Ärzte kommt es an

Ein Kommentar von Tobias Schmidt


Treibt die Digitalisierung der Medizin voran: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU
Foto: Xander Heinl / Imago ImagesTreibt die Digitalisierung der Medizin voran: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU Foto: Xander Heinl / Imago Images

Berlin. Der umtriebige Gesundheitsminister Jens Spahn sorgt dafür, dass Krankenkassen Smartphone-Apps erstatten, die uns gesünder machen sollen.

Kein Zweifel: Manche solcher Handy-Programme sind ungemein praktisch. Ob sie einen medizinischen Nutzen haben, lässt sich hingegen kaum nachweisen. Das aber müsste die Voraussetzung sein, um der Solidargemeinschaft neue Kosten aufzubürden. Sonst wird das Gesetz zwar lukrativ Geschäft für App-Hersteller, bringt dem Beitragszahler aber wenig.

Es ist wie so oft bei der Digitalisierung der Medizin: Sie wird als Heilsbringer gefeiert, kann aber keinen Arzt ersetzen. Natürlich machen Online-Sprechstunden, Handy-Rezepte oder ein digitaler Impfpass vieles einfacher. Und ein flüssiger Austausch von Patienten-Informationen unter Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken birgt Vorteile für alle Beteiligten. Wenn dabei aber das Vertrauen in die Datensicherheit auf der Strecke bleibt und die Ärzteschaft überfordert wird, geht der Schuss nach hinten los.

Der eilige Herr Spahn steckt viel Energie darein, das Gesundheitssystem effizienter zu machen. Die Digitalisierung gehört dazu. Entscheidend für die Versorgung der Kranken aber ist es, auch in Zukunft für genügend Ärzte zu sorgen. Auf dieser Großbaustelle ist der Gesundheitsminister noch zu selten zu sehen.


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