Ein Bild von Uwe Westdörp
06.11.2019, 18:22 Uhr THÜRINGEN NACH DER WAHL

Absagen an AfD: Keine Macht den Höckes

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Umstrittener AfD-Rechtsaußen: der thüringische Landeschef Björn Höcke. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaUmstrittener AfD-Rechtsaußen: der thüringische Landeschef Björn Höcke. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Osnabrück. Keine Zusammenarbeit mit der AfD - dabei soll es für Christdemokraten in Thüringen und auf Bundesebene bleiben.Alles andere wäre angesichts des völkisch gesinnten AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke auch ein fatales Signal gewesen. Ein Kommentar.

Welche Erleichterung: Die CDU-Führungen in Berlin und Erfurt zeigen klare Kante gegen die AfD und schlagen deren vergiftetes Angebot für eine Kooperation in Thüringen aus. Allen voran Generalsekretär Paul Ziemiak zeigt Haltung und bezeichnet den wichtigsten AfD-Führer in Erfurt als das, was er ist: ein Neonazi.

Es ist richtig, dass die AfD eine demokratisch gewählte Partei ist. Und es bleibt aller Mühen wert, ihr die Wähler wieder abnehmen zu wollen. Mit den Menschen muss man reden, sofern sie denn selbst dazu bereit sind.

Einem skrupellosen Agitator wie Björn Höcke die Hand zu reichen wäre aber ein fatales Signal. Es würde so verstanden, als wollten Christdemokraten einen völkischen und geschichtsvergessenen Rechtsextremisten salonfähig machen. Genauso gut könnte die CDU auch gleich erklären, sie sei keine Partei der bürgerlichen Mitte mehr.

Wenn die CDU schon jedwede Zusammenarbeit mit dem eher sozialdemokratisch regierenden Linken Bodo Ramelow, einem bekennenden Christen, kategorisch ablehnt, dann muss dies umso mehr für die AfD gelten. Eine Partei, die den Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte relativiert und das Holocaust-Mahnmal zur Erinnerung an millionenfache Morde doppeldeutig als „Denkmal der Schande“ bezeichnet, stellt sich selbst ins extremistische Aus.  


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN