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31.10.2019, 16:20 Uhr KOMMENTAR ZU FRANZISKA GIFFEY

Ein dreifaches Glück

Ein Kommentar von Tobias Schmidt


"Ein Stern im Kabinett" - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey kann Promotion und Amt behalten.
Foto: Jürgen Heinrich / Imago Images"Ein Stern im Kabinett" - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey kann Promotion und Amt behalten. Foto: Jürgen Heinrich / Imago Images

Berlin. Mehr als acht Monate hat die Freie Universität Berlin gebraucht, um Bundesfamilienministerin Franziska Giffey vom Vorwurf freizusprechen, sie trage ihren Doktortitel zu Unrecht. Die lahmen Prüfer sind schuld, dass Giffey sich nicht um den SPD-Vorsitz beworben hat.

Die herzliche und zupackende Berlinerin im Duo mit Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil oder SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil: Das hätte den Genossen neue Kraft und neuen Mut einflößen können. 

Die Chance für das „Super-Paar“ ist nun vorbeigezogen. Dass Giffey ihre Promotion nicht aberkannt wird, ist dessen ungeachtet ein dreifaches Glück: Für sie selbst, für ihre Partei und für die Bundesregierung.

Mag die bundespolitische Newcomerin in Budgetverhandlungen auch noch manche Unerfahrenheit zeigen: Mit ihrem Optimismus, ihrer ungekünstelten Bürgernähe und Geradlinigkeit ist die 41-Jährige zu einem Stern im Kabinett geworden. Dessen Erlöschen wäre angesichts des düsteren Bildes, dass die Groko für viele Bürger abgibt, auch für die Union ein Verlust gewesen.

Die SPD ist klug beraten, wenn sie nun Wege findet, Dr. Giffey bei der personellen Neuaufstellung einzubinden, auch wenn andere den Vorsitz übernehmen.


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