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Sturz von Bühne beim Digitalgipfel Altmaiers Nasenbruch sorgt für Häme im Netz– Dorothee Bär schockiert

Der Gang zum Rednerpult klappte, beim Gang die Stufen hinunter fiel Altmaier hin und verletzte sich. Foto: dpaDer Gang zum Rednerpult klappte, beim Gang die Stufen hinunter fiel Altmaier hin und verletzte sich. Foto: dpa

Dortmund. Sorge um Peter Altmaier: Der Bundeswirtschaftsminister ist bei seinem Auftritt beim Digitalgipfel in Dortmund schwer gestürzt. Jetzt hat sich der 61-Jährige zu Wort gemeldet. Digitalministerin Bär ist schockiert über den Spott im Netz.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich bei seinem Sturz in Dortmund das Nasenbein gebrochen, außerdem zog er sich Prellungen und Schürfwunden zu. Das ergab die Untersuchung im Krankenhaus, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr. Weiter hieß es, die Untersuchungen würden fortgesetzt. Der 61-Jährige hat auch eine Platzwunde am Kopf erlitten. Mittlerweile hat sich Altmaier per Twitter zu Wort gemeldet:

Auf Twitter schrieb der Minister am Dienstagnachmittag, er habe "außer Prellungen und Platzwunden offenbar nichts Ernstes". Altmaier dankte "von Herzen für die vielen guten Wünsche".

Sturz von der Bühne

Altmaier war beim Digitalgipfel in Dortmund beim Verlassen der Bühne gestürzt und in eine Klinik gebracht worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war der 61-Jährige zunächst ohnmächtig, kam aber noch vor Ort wieder zu Bewusstsein.

Nach dem Sturz kümmerten sich Sanitäter um den am Boden liegenden Politiker. Helfer schirmten Altmaier mit einem schwarzen Laken ab. Der Saal wurde geräumt.

Fernsehbilder zeigten die schockierte Reaktion der Zuschauer angesichts des Sturzes. Altmaier wurde daraufhin abgeschirmt ärztlich behandelt. Foto: dpa/Bernd Thissen

Altmaier auf dem Weg in Krankenhaus

Altmaier wurde kurz darauf mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Ein Rettungswagen brachte Altmaier aus der Westfalenhalle ins Krankenhaus. Foto: dpa/Bernd Thissen

Nach dpa-Informationen war Altmaier bei Bewusstsein. Der Minister habe sich bei seinen Ärzten bereits für die Versorgung bedankt.

Spott nach Sturz in Sozialen Netzwerken

Neben Genesungswünschen gab es nach Altmaiers Sturz auch viel Häme im Netz. 

Altmaiers Kollegin, Digitalministerin Dorothee Bär, zeigte sich schockiert und kritisierte den rauen Umgangston im Netz. Sie hatte eine eindeutige Botschaft: "Ich wünsche an dieser Stelle Peter Altmaier eine gute Genesung und – excuse my language – ich könnte kotzen, wenn ich sehe, was im Netz jetzt schon wieder abgeht!" Und Bär ergänzte auf dem Digitalgipfel laut "Bild"-Zeitung: "Wir brauchen gar nicht über digitale Plattformen und Plattform-Ökonomie diskutieren, wenn uns die Menschlichkeit abhanden kommt!"

Veranstaltung unterbrochen

Die Veranstaltung wurde unterbrochen und der Saal geräumt. Auch der Livestream zur Veranstaltung pausierte. Um kurz vor 11 Uhr wurde der Digitalgipfel fortgesetzt.

Im Forum A der Messehalle hatte zuerst der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet eine rund 15-minütige Rede gehalten, dann Altmaier knapp 20 Minuten. Das Forum war gut gefüllt.

Peter Altmaier rief vor der Eröffnung des Digitagipfels 2019 der Bundesregierung NRW-Ministerpräsident Laschet an, um zu fragen, wann er kommt. Foto: dpa/Bernd Thissen

Der Digitalgipfel und der zugehörige ganzjährige Prozess bilden laut Wirtschaftsministerium die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Altmaier hatte vor seinem Sturz ein ambitioniertes Projekt für eine europäische Daten-Infrastruktur als Alternative zu Diensten amerikanischer Internet-Riesen vorgestellt. Das Cloud-Netzwerk Gaia-X soll unter anderem europäischen Firmen den Weg zu digitalen Geschäftsmodellen ebnen und auch helfen, mit Hilfe von Datenanalyse Krankheiten wie Krebs zu bekämpfen. Das Projekt wurde im Ministerium monatelang vorbereitet. 

Der Wirtschaftsminister steht außerdem in den kommenden Wochen und Monaten vor großen Aufgaben. Im November will er einen Entwurf für ein Kohleausstiegsgesetz vorlegen, mit einem konkrete Ausstiegsplan aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis spätestens 2038. Mit Braunkohlekraftwerks-Betreibern wie RWE laufen derzeit zudem Verhandlungen über mögliche milliardenschwere Entschädigungen. Zudem will Altmaier eine endgültige Industriestrategie vorlegen, nach Verhandlungen mit Wirtschaftsverbänden. Ein erster Entwurf war auf große Kritik gestoßen.

Ministerkollegen wünschen ihm eine gute Genesung

Regierungssprecher Steffen Seibert wünschte Altmaier im Namen der gesamten Bundesregierung gute Besserung: "Was für ein Schreck. Wir alle in der Bundesregierung wünschen Ihnen von Herzen gute Besserung und freuen uns darauf, wenn Sie hoffentlich bald wieder mit voller Kraft für Ihre Themen kämpfen können", schrieb Seibert auf Twitter.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer schrieb am Dienstag auf Twitter: "Was für ein Schreck! Lieber Peter Altmaier, ich wünsche Dir gute Besserung und dass Du schnell wieder auf die Beine kommst." 

Auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) wünschte eine rasche Genesung: "Wir sehen uns hoffentlich ganz bald wieder im Kabinett." Scholz würde Altmaier gemäß den vom Kabinett festgelegten Regeln vertreten, sollte Altmaier längere Zeit ausfallen. 

Dietmar Bartsch von den Linken schloss sich den guten Wünschen an und wünschte dem CDU-Politiker: "Kommen Sie schnell wieder auf die Beine!"


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