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28.10.2019, 16:36 Uhr KOMMENTAR

Wahl in Argentinien: Explosive Mischung

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Cristina Fernandez de Kirchner, frühere Präsidentin von Argentinien, war bei der Wahl als neue Vizepräsidentin angetreten. Foto: Francisco Munoz/AP/dpaCristina Fernandez de Kirchner, frühere Präsidentin von Argentinien, war bei der Wahl als neue Vizepräsidentin angetreten. Foto: Francisco Munoz/AP/dpa

Osnabrück. Ein labiles politisches System und Sparvorgaben des IWF bilden in vielen südamerikanischen Staaten eine explosive Mischung. Ein Kommentar.

In Chile brannten kürzlich Metrostationen, weil der Fahrpreis um umgerechnet vier Cent (!) erhöht werden sollte. Hunderttausende gingen auf die Straße. In Ecuador floh der Präsident vor Krawallen aus der Hauptstadt. Auslöser: Um an Subventionen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu kommen, sollte das Land Vergünstigungen für Treibstoff streichen. Und in Argentinien rutschen immer mehr Menschen unter die Armutsgrenze. Die Inflation liegt bei hierzulande unvorstellbaren 50 Prozent – Tendenz steigend.

Ob der frisch gewählte, neue Präsident das ändern kann, ist höchst fraglich. Mitte-Links-Politiker Alberto Fernández ist ein Altbekannter. Er arbeitete unter der Vorgängerin des scheidenden Präsidenten als Kabinettschef. Gegen diese Vorgängerin, Cristina Kirchner, laufen mehrere Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen.

Sicher – gerade ist die Freude vieler argentinischer Wähler groß. Der ungeliebte Staatschef Mauricio Macri ist abgewählt. Und mit ihm eine Politik des Sparens, die unter dem Einfluss des IWF zu hoher Inflation, Wirtschaftskrise und Hunger geführt hatte. Leider sind die Aussichten auch unter dem neuen Präsidenten alles andere als rosig.


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