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28.10.2019, 16:13 Uhr KRACH NACH DER THÜRINGEN-WAHL

Teile der CDU stellen Führungsfrage: Annegret allein zu Haus

Ein Kommentar von Beate Tenfelde


CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, .hier im Bild mit dem Thüringer Unions-Kandidaten Mike Mohring, muss sich nach Stimmverlusten gegen Angriffe aus eigenen Reihen verteidigen.   Foto: Michael Reichel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, .hier im Bild mit dem Thüringer Unions-Kandidaten Mike Mohring, muss sich nach Stimmverlusten gegen Angriffe aus eigenen Reihen verteidigen. Foto: Michael Reichel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Michael Reichel

Berlin. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bekommt das Debakel der Thüringenwahl mit nur geringer Zeitverzögerung hautnah zu spüren. Teile der eigenen Partei stellen die Spitzenfrau in Frage, weil die Union erneut verlor.Ein Kommentar.

Da ist die CDU immer gnadenlos gewesen: Wer keinen Erfolg hat , der wird ausgemustert. Auch Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer bekommt das zu spüren. Nach der vergeigten Thüringen-Wahl kommen die alten Gegner aus der Deckung und stellen AKK als Parteichefin wie Kanzlerkandidatin in Frage. Der dünne Firnis der Freundschaft verschwindet. Zum Vorschein kommt ein kaum verhüllter Machtkampf, der sich spätestens beim Bundesparteitag im November entladen wird. 

Der als Kandidat am meisten aussichtsreiche NRW-Ministerpräsident Armin Laschet eröffnete die Demontage von AKK, indem er öffentlich auf Distanz zu deren Nordsyrien-Vorstoß ging. Der JU-Vorsitzende Tilman Kuban legte im Bundesvorstand nach - offenbar vorgeschickt von einflussreichen Mittelständlern. Deren Repräsentant Friedrich Merz stichelte schon gegen Kramp-Karrenbauer, als Thüringens Wahlhelfer noch nicht ausgezählt hatten. Keiner stellte sich gestern an die Seite der glücklosen Chefin. Annegret allein zu Haus.

Fakt ist: Die Union befindet sich in ähnlich freiem Fall wie die SPD. In Thüringen ergibt sich die kuriose Situation, dass die den Rändern zugerechneten Parteien dominieren, während Union und SPD verkleinert am Rande stehen. Interessant zu sehen, wie der Thüringer CDU-Mann Mike Mohring sich locker macht – er redet mit dem linken Sieger Bodo-Ramelow, auch weil er mitregieren will .


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