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25.10.2019, 18:29 Uhr KOMMENTAR

Ölfelder in Syrien: Trump behält Fuß in der Tür

Ein Kommentar von Thomas Ludwig


Unübersichtlich: Von Konfliktparteien gehaltene Gebiete und Ölvorkommen in Syrien.Grafik: A. Brühl, Redaktion: D. Loesche/dpaUnübersichtlich: Von Konfliktparteien gehaltene Gebiete und Ölvorkommen in Syrien.Grafik: A. Brühl, Redaktion: D. Loesche/dpa
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Osnabrück. Die USA wollen zusätzliche Panzer an den Ölfeldern im Kurdengebiet Syriens stationieren. Dafür gibt es einen wichtigen Grund. Der neueste Schachzug Washingtons wirft aber auch Frage auf.

Die Kritik in den sozialen Netzwerken ließ nicht lange auf sich warten. Der Vorwurf: Die im Kampf gegen den Islamischen Staat treuen Kurden in Nordsyrien lässt Washington im Stich, die Ölfelder im Osten des Landes wollen die USA nun aber sichern. Stehen hier Wirtschaftsinteressen über Menschenleben? Oder nimmt US-Präsident Donald Trump die Warnungen vor einem Wiedererstarken des Islamischen Staates (IS) nun doch noch ernster als bisher?

Tatsächlich hat der Rückzug der US-Soldaten aus Nordsyrien die Gefahr neuen IS-Terrors heraufbeschworen. Derzeit weiß niemand, wie vielen Kämpfern die Flucht aus kurdischen Gefangenenlagern infolge des türkischen Einmarsches in die Region gelungen ist. Und sowohl in Syrien wie im Irak gibt es immer noch zahlreiche IS-Sympathisanten, die ehemaligen Kämpfern Unterschlupf gewähren.

Da ist es durchaus gerechtfertigt, die Ölfelder in den Blick zu nehmen, denn sie sind von besonderer Bedeutung. Zeitweise soll der IS mindestens 14 Öl- und Gasfelder mit den entsprechenden Anlagen kontrolliert haben. Förderung, Schmuggel und Verkauf schwemmten den Dschihadisten mehrere Millionen Dollar täglich in die Kassen – als Schmiermittel für den Terror. Dazu darf es nicht noch einmal kommen.

Doch auch Syriens Diktator Assad wird früher oder später wieder Anspruch auf die lukrativen Ölquellen in seinem Land erheben. Und dann? Die Syrien-Politik Washingtons bleibt erratisch.


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