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25.10.2019, 18:11 Uhr KOMMENTAR ZU LEBENSMITTELSICHERHEIT

Lebensmittelskandale: Informiert uns endlich ordentlich!

Ein Kommentar von Dirk Fisser


Wie sicher sind die Lebensmittel im Supermarkt? Foto: dpa/Uwe AnspachWie sicher sind die Lebensmittel im Supermarkt? Foto: dpa/Uwe Anspach

Osnabrück. Erst Listerien in der Wurst, später in der Milch: Nach mehreren großen Lebensmittelrückrufen haben Politiker jetzt darüber beraten, wie solche Aktion künftig besser laufen können. Den wichtigsten Kritikpunkt streiften sie aber nur. Ein Kommentar.

Erinnern Sie sich noch an den Fipronil-Skandal? 2017 wurde bekannt, dass ein Insektizid in Ställen verspritzt und so in Eier gelangt war. Für Menschen bestand keine ernsthafte Gefahr. Was Anlass zur Sorge gab, war die Katastrophen-Kommunikation der Behörden. 

Jetzt der nächste Lebensmittelskandal um Wurstwaren und dieses Mal tatsächlich ein lebensgefährlicher. Was passiert? Wieder geht es bei der Kommunikation drunter und drüber. Wieder wird nur scheibchenweise informiert. Und wieder kommen Politiker aus Bund und Ländern zum Krisengipfel zusammen und geloben Besserung. 

So viel sei zugestanden: Die Ankündigungen machen Sinn. Lieferwege müssen schneller nachvollzogen werden. Aber glaubt denn ernsthaft einer der Beteiligten, beim nächsten Skandal wird es besser laufen? Der Föderalismus hat sich in Deutschland vielfach bewährt. Für Krisenfälle im Lebensmittelsektor gilt das nicht. Die Behörden, die etwas zu sagen hätten, sagen zu wenig. Andere die nichts Konkretes beisteuern können, sagen zu viel. 

Zurück bleibt ein Verbraucher, der auf dieses Durcheinander mit Angst oder Resignation reagiert. Beides ist im Krisenfall gefährlich. Dabei war es doch nie so einfach für Behörden, den Bürger zu informieren. Vielleicht ist das dann Thema des nächsten Krisengipfels.


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