Merkels loyaler Begleiter Regierungssprecher Steffen Seibert überrundete alle

Ruhig, freundlich, diplomatisch:  Steffen Seibert ist der Regierungssprecher mit der  längsten Amtszeit. Foto:Bernd von Jutrczenka/dpaRuhig, freundlich, diplomatisch: Steffen Seibert ist der Regierungssprecher mit der längsten Amtszeit. Foto:Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin. „Merkels Langstreckenläufer“ – so wird Regierungssprecher Steffen Seibert genannt.

Der 59-Jährige war am letzten Donnerstag seit über 3362 Tagen im Amt - und hat damit jeden seiner Vorgänger überrundet. Das  fand die „Süddeutsche Zeitung“ heraus, die Seibert als „Rekordhalter“ würdigte. Darauf kann sich der ehemalige ZDF-Journalist durchaus etwas einbilden. Tatsächlich bewältigt der 59-Jährige seit dem Amtsantritt am 11. August 2010 als Chef des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung ein ähnlich großes Pensum wie seine Chefin - durchwachte Nächte inklusive, die er mit Kanzlerin Angela Merkel vor allem auf EU-Gipfeln durchleidet. Vor allem während der europäischen Staatsschuldenkrise fiel der Schlaf sehr kurz aus. Seibert gab manche Pressekonferenz völlig übermüdet, war aber immer präsent.

Der gebürtige Münchner, der in Hannover aufwuchs, schaffte aber schon beim ZDF lange Strecken: Für seine sechsstündige Moderation nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 erhielt er die Goldene Kamera. Unspektakulär verlief  dagegen der Tag, an dem Seibert den alten Rekordhalter und Adenauer-Vertrauten Felix von Eckardt übertraf . In der Regierungspressekonferenz lavierte sich Seibert gleichbleibend freundlich durch viele Fragen zum Verhältnis von Kanzlerin und Verteidigungsministerin. 

Sein diplomatisches Gespür war  gefragt. Wieder einmal. Wenn er Fragen als zu dreist empfindet, kann  Seibert aber auch anders."Das ist hier doch kein Tribunal", wies er einmal einen Youtuber zurecht.


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