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16.10.2019, 19:15 Uhr KOMMENTAR

Engeres Zeitfenster für Sommerferien: Keine radikale Idee

Ein Kommentar von Malte Goltsche


Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpaFoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Osnabrück. Die Bildungssenatoren aus Berlin und Hamburg wollen die Zeitfenster für die sechswöchigen Sommerferien enger machen. Das ist zwar keine radikale Idee, aber ein Ansatz der wirtschaftliche und schulische Interessen vereinigt. Ein Kommentar.

Die Sommerferien sollen Schüler Erholung bieten. Im Hamburger Abkommen ist geregelt, dass die 16 Bundesländer die sechs Wochen Ferien nicht im gleichen Zeitraum ansetzen. Dieses Zeitfenster wollen die Bildungssenatoren aus Berlin und Hamburg verkleinern und bringen nun den entsprechenden Vorschlag in die Kultusministerkonferenz ein.

Das Problem: Durch die versetzten Ferienzeiträume sind die Schuljahre in den Bundesländern unterschiedlich lang, wechseln sogar noch von Jahr zu Jahr. Gerade in kurzen Jahren steigt dadurch die Belastung für Schüler und Lehrer extrem.

Zwei Gründe gibt es für die aktuelle Regelung: Zum einen soll dadurch vor allem den deutschen Tourismusregionen eine lange Saison beschert werden. Zum anderen soll der Reiseverkehr entzerrt werden - wer einmal im August auf französischen oder italienischen Straßen unterwegs war, wünscht sich sicher keine einheitliche Ferienzeit.

Doch es müssen pädagogische Aspekte im Vordergrund stehen. Und hier ziehen die Argumente der Senatoren. Die Idee, die Ferienzeit vom 1. Juli bis zum 10. September zu begrenzen, ist nicht radikal, sondern ein guter Kompromiss zwischen wirtschaftlichen und schulischen Interessen. Zumal die Alternative wie zum Beispiel feste Termine für die jeweiligen Bundesländer zwar bessere Planbarkeit für die Schulen, aber auch neue Probleme bringt. Denn wer später im Sommer frei hat, zahlt womöglich mehr für seinen Urlaub – und das dann jedes Jahr.  


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