Bahntickets ab Neujahr günstiger Klimapaket: So verteuern sich Flugreisen ab April 2020

Von afp, dpa, cch

Flüge ab 6000 Kilometer kosten künftig fast 18 Euro mehr als bisher. Foto: dpa/Kevin KurekFlüge ab 6000 Kilometer kosten künftig fast 18 Euro mehr als bisher. Foto: dpa/Kevin Kurek

Berlin. Das Bundeskabinett hat Steueränderungen für das Klimapaket beschlossen: Fliegen wird somit teurer, Bahnfahren günstiger.

Bahnfahrten im Fernverkehr sollen künftig billiger und Flugreisen teurer werden. Das geht aus steuerlichen Neuregelungen hervor, die das Klimapaket der Koalition flankieren sollen und am Mittwoch von der Ministerrunde in Berlin verabschiedet wurden. Zudem beschloss das Kabinett die Eckpunkte des Umweltressorts zum Einstieg in die CO2-Bepreisung in diesen Bereichen. 

Mehrwertsteuer auf Fernverkehrstickets soll sinken

Mit dem Kabinettsbeschluss geht die Regierung bei der Umsetzung des umstrittenen Klimapakets ins Detail: Die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrstickets der Bahn soll nun wie angekündigt zum Jahreswechsel von derzeit 19 Prozent auf sieben Prozent sinken. In Regierungskreisen wurde die Erwartung geäußert, dass die Deutsche Bahn dies auch an ihre Kunden weitergibt. 

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Flugreisende müssen im Gegenzug etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Luftverkehrssteuer soll ab April je nach Flugstrecke steigen: 

Flüge bis zu 2500 KilometerErhöhung auf 13,03 Euro
Flüge bis 6000 KilometerErhöhung auf 33,01 Euro
Flüge ab 6000 KilometerErhöhung auf 59,43 Euro

Ein Flug von Hamburg nach Palma de Mallorca beispielsweise wird somit um 5,65 Euro teurer, ein Flug nach New York um 9,96 Euro und bei Fernstrecken von mehr als 6000 Kilometern sollen künftig fast 18 Euro mehr als bislang fällig werden. Der stärkere Anstieg bei Kurzstrecken solle zur Vermeidung besonders von Inlandsflügen beitragen.

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Höhere Entfernungspauschale für Pendler

Bei den Bahntickets liegen die erwarteten Mehreinnahmen mit 740 Millionen Euro über den erwarteten Mindereinnahmen von etwa 500 Millionen Euro. 

Pendler mit weiterer Anfahrt zur Arbeit sollen ab 2021 für zunächst sechs Jahre eine höhere Entfernungspauschale steuerlich geltend machen können. Ab dem 21. Entfernungskilometer steigt der Satz von 30 Cent auf 35 Cent pro Kilometer. 

Arbeitnehmern, die aufgrund zu niedriger Einkünfte nicht von dem Steuerrabatt profitieren, soll stattdessen eine Mobilitätsprämie ausgezahlt werden, die sich am Eingangssteuersatz orientiert. Dies betrifft laut Finanzministerium gut 200.000 Menschen.

Steuererleichterung für energetische Gebäude-Sanierung

Als ein Problemfall der CO2-Minderung gilt neben dem Verkehr auch der Gebäudesektor. Kosten für energetische Sanierung sollen ab 2020 zu 20 Prozent verteilt auf drei Jahre von der Steuerschuld abgezogen werden können und zwar bis zu einer Obergrenze der Kosten von 200.000 Euro.

Um trotz aller – durch neue Gesetzespläne der Regierung noch verstärkte – Hindernisse beim Ausbau der Windkraft dennoch zusätzliche Standorte ausweisen zu können, soll dies für Kommunen attraktiver werden. Sie sollen Grundstücke von Windkraftanlagen mit einer höheren Grundsteuer belegen können. Damit sinkt allerdings zugleich die Rendite der Anlagen.

Das Kabinett beschloss zudem die Eckpunkte des Umweltressorts zur CO2-Bepreisung. Für Emissionen in den Bereichen Verkehr und Gebäude soll ab 2021 zunächst ein fester Einstiegspreis von zehn Euro pro Tonne emittiertes CO2 gelten, bis 2025 steigt der Preis auf 35 Euro. Danach soll es für diese Sektoren einen nationalen Emissionshandel mit einer Preisspanne von zunächst zwischen 35 und 60 Euro geben. 

Wissenschaftler und Umweltverbände halten dies allerdings für viel zu wenig, um die deutschen Klimaziele erreichen zu können. Grundlage der geplanten Kabinettsbeschlüsse ist das am 20. September zwischen Union und SPD vereinbarte Maßnahmenpaket zum Klimaschutz.


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