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Greta Thunberg Favoritin Friedensnobelpreisträger wird verkündet

Von dpa

Friedensforscher und Wettbüros haben Klimaaktivistin Greta Thunberg als Favoritin auf den Friedensnobelpreis ausgemacht. Foto: Daniel Bockwoldt/dpaFriedensforscher und Wettbüros haben Klimaaktivistin Greta Thunberg als Favoritin auf den Friedensnobelpreis ausgemacht. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Oslo. Zum 100. Mal wird der Friedensnobelpreis in diesem Jahr vergeben. Ist es Zeit für einen Preis für den Kampf gegen den Klimawandel? Im Vorfeld taucht jedenfalls immer wieder der Name Greta Thunberg auf.

Die norwegische Nobeljury enthüllt heute (11.00 Uhr) den Namen des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers. Die Auszeichnung gilt als der renommierteste politische Preis der Welt und ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert.

Im vergangenen Jahr erhielten sie der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe.

Die Jury hat in diesem Jahr die Wahl zwischen 301 Nominierten, unter ihnen 223 Persönlichkeiten und 78 Organisationen. Da die Namen der Kandidaten 50 Jahre lang unter Verschluss gehalten werden, lässt sich über den Preisträger nur spekulieren. Glaubt man den Mutmaßungen von Friedensforschern und den Quoten von Wettanbietern, dann könnte der Preis in diesem Jahr an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg oder den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed gehen.

Thunberg ist das Vorbild der weltweiten Klimaproteste, die seit Monaten unter dem Motto Fridays for Future stattfinden. Abiy ist es gelungen, nach Jahren des Konflikts Frieden mit Äthiopiens bitterem Rivalen Eritrea zu schließen.

Als weitere Favoriten gelten unter anderen der brasilianische Häuptling Raoni Metuktire und Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sowie Organisationen wie Reporter ohne Grenzen. Der Direktor des Osloer Instituts für Friedensforschung Prio, Henrik Urdal, hat zudem mehrere junge Aktivisten auf dem Zettel - Thunberg findet sich aber nicht darunter.

99 Mal hat das norwegische Nobelkomitee seit 1901 die Auszeichnung vergeben, insgesamt wurden 130 verschiedene Preisträger gekürt, darunter 89 Männer, 17 Frauen und 24 Organisationen. In 19 Jahren gab es, vor allem in Kriegs- und Krisenzeiten, keinen Preisträger. Die diesjährige Vergabe ist die 100. und somit ein Jubiläum für die Jury.

Bekommt die 16-jährige Thunberg die Auszeichnung wirklich zugesprochen, wäre sie die jüngste Preisträgerin der Nobelgeschichte. Bislang ist das die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die 2014 im Alter von damals 17 Jahren ausgezeichnet wurde. Zuletzt war der Friedensnobelpreis im Jahr 2007 für Bemühungen gegen den Klimawandel vergeben worden. Damals erhielten ihn der Aktivist und frühere US-Vizepräsident Al Gore sowie der Weltklimarat (IPCC).

Der Friedensnobelpreis wird im Gegensatz zu den anderen Nobelpreisen nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort wird er am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel, auch überreicht. Für die Auswahl ist eine Jury zuständig, die vom norwegischen Parlament ernannt wird.

Bislang sind in dieser Woche die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur vergeben worden. Am Montag folgt abschließend die Bekanntgabe des diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträgers, der als einziger nicht auf das Testament von Nobel zurückgeht.


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