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10.10.2019, 18:52 Uhr DROHT EINE WIRTSCHAFTSKRISE?

Da braut sich am Konjunkturhimmel einiges zusammen

Ein Kommentar von Michael Clasen


Auf dem Bau boomt es, doch in anderen Branchen kühlt sich die Auftragslage deutlich ab. Foto: dpaAuf dem Bau boomt es, doch in anderen Branchen kühlt sich die Auftragslage deutlich ab. Foto: dpa

Osnabrück. Die Konjunktur trübt sich, aber müssen wir wirklich mit einer Krise rechnen? Ein Kommentar

Waren die Rezessionswarnungen der vergangenen Monate doch keine Panikmache? Mittlerweile stockt die Konjunktur in Deutschland. Noch erwarten Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute für 2020 ein kleines Wirtschaftswachstum, aber die Risiken wachsen.

Sorgen bereiten nicht nur der Brexit und der sich verschärfende Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die Konjunktur in der Welt wie auch im übrigen Europa trübt sich ein. Das trifft eine Exportnation wie Deutschland besonders hart. Der massive Auftragsrückgang im Maschinenbau ist ein Alarmzeichen.

Hinzu kommen hausgemachte Probleme, deren Folgen in den nächsten Jahren deutlicher zu spüren sein werden. So droht die von der Politik verordnete Energiewende aus dem Ruder zu laufen. Der beschlossene Ausstieg aus Atomkraft und Kohle ist zumindest ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Zugleich steht die Automobilindustrie vor einem epochalen Wandel. Sollte der Abschied von den Verbrennermotoren zu abrupt erfolgen, dürfte das in der hiesigen Schlüsselbranche massive Bremsspuren hinterlassen. Ferner wachsen die Sorgen um die Stabilität des Bankensystems wegen der anhaltenden EZB-Niedrigzinspolitik. Die Ertragsaussichten sind angesichts von Strafzinsen und negativen Anleiherenditen jedenfalls nicht rosig.

Noch sonnt sich Deutschland im Erfolg. Doch es braut sich einiges zusammen.


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