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12.10.2019, 01:00 Uhr KOLUMNE

Der Berliner Prestige-Bahnhof hat Macken

Von Beate Tenfelde


Ohne Eimer geht es nicht - im Berliner Prestige-Bahnhof tropft es. Und dazu sind mal wieder Gleise wochenlang gesperrt. Foto:Tobias SchmidtOhne Eimer geht es nicht - im Berliner Prestige-Bahnhof tropft es. Und dazu sind mal wieder Gleise wochenlang gesperrt. Foto:Tobias Schmidt

Berlin. Ein paar bunte Eimer sind das Sinnbild für die Krise der Deutschen Bahn. Geschützt durch rotes Band ziehen sie am Berliner Hauptbahnhof die Blicke auf sich.

Mal ist es nur ein Gefäß, mal stehen zwei oder drei Eimer nebeneinander, manchmal verschwinden sie auch – zuletzt im Dürresommer. Mit dem Herbstregen aber waren zwei Tropfenfänger   wieder da. Denn im ersten Obergeschoss des Prestige-Bahnhofs ist die Decke nach wie vor undicht. Wo genau, weiß keiner.

Nicht zum ersten Mal machen Mängel am Super-Bau Schlagzeilen. Bereits 2013 - sieben Jahre nach Eröffnung - waren Teile der Brückenkonstruktionen so schadhaft, dass sie bei mehrmonatigen Streckensperrungen erneuert werden mussten. Jetzt sind wieder Bauarbeiten, eines der Gleise ist nicht mehr befahrbar – und der IC aus Amsterdam rauscht durch bis Gesundbrunnen.

 Falsche Fugen sind der Grund für die Reparaturen. Auch soll zuviel Beton verwendet worden und die Grundplatte dicker sein als von den Ingenieuren vorgegeben. Seit dem 10.September fahren zwischen Zoo und Hauptbahnhof auch keine Regionalzüge mehr. Bis zum 21. Oktober soll die Schluderei auf der Strecke behoben sein – zum Teil jedenfalls. Die Eimer werden wohl bleiben. Man würde sie sonst wohl auch vermissen.


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