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07.10.2019, 07:48 Uhr GRÜNE KREUZE AUF VIELEN ÄCKERN

Warnung der Landwirte darf nicht ungehört bleiben

Ein Kommentar von Johanna Lügermann


Landwirte protestieren bislang mit grünen Kreuzen gegen das jüngst von der Bundesregierung beschlossene Agrarpaket. Foto: Gert WestdörpLandwirte protestieren bislang mit grünen Kreuzen gegen das jüngst von der Bundesregierung beschlossene Agrarpaket. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Schnell wird Bauern die Schuld zugewiesen, wenn es um Nitratbelastung oder Insektensterben geht. Immer mehr wehren sich.

Noch ist es ein stiller Protest, grüne Kreuze stehen auf vielen Äckern. Bald könnten Trecker die Straßen blockieren wie in den Niederlanden. Der Grund: Landwirte fühlen sich an den Pranger gestellt. Ihre Proteste sind berechtigt. Sie werden verantwortlich gemacht für Insektensterben, Nitratbelastung des Grundwassers und die häufig kritisierte Tierhaltung. Es sind Folgen der Lebensmittelproduktion, die lange ignoriert wurden. Allerdings von der Mehrheit der Gesellschaft.

Viele Jahrzehnte haben Landwirte immer mehr produziert, um ihre Existenz zu sichern – auch auf Kosten der Umwelt. Nun werden sie durch Auflagen beim Bau von Ställen und bei der Bewirtschaftung von Flächen weiter eingeschränkt.

Und es stimmt, wenn sie darauf hinweisen, dass die Umweltbilanz importierter Lebensmittel oft schlechter ist. Doch trotzdem ist klar, dass sich auch hierzulande etwas ändern muss. Um eine nachhaltige und gesellschaftlich akzeptierte Produktion von Lebensmitteln zu ermöglichen, muss die Politik deshalb die Folgen auf ein für die Umwelt erträgliches Maß reduzieren. Zugleich müssen Landwirte von Getreide, Milch und Fleisch aus ökologisch sinnvoller Produktion leben können – egal ob aus konventioneller oder biologischer Erzeugung. Dringend brauchen sie zunächst mehr Planungssicherheit, damit der Druck etwas abgemildert wird.


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