Norddeutscher Wirtschaftstag Hamker: Sport für Unternehmen wichtiger Faktor

Astrid Hamker, Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrates, hat in ihrer Heimatstadt Osnabrück den Norddeutschen Wirtschaftstag zu Gast. Foto: Jörg Carstensen/dpaAstrid Hamker, Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrates, hat in ihrer Heimatstadt Osnabrück den Norddeutschen Wirtschaftstag zu Gast. Foto: Jörg Carstensen/dpa
Jörg Carstensen

Osnabrück. Die Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrats, Astrid Hamker, hat die hohe Bedeutung des Sports als Wirtschaftsfaktor hervorgehoben. „Ich bin auf dem Fußballplatz groß geworden. Ich weiß um die mobilisierende Kraft dieses Sports“, sagte Hamker im Gespräch mit unserer Redaktion.

 Sie wies darauf hin, dass auf dem Norddeutschen Wirtschaftstag an diesem Dienstag in Osnabrück eine gesonderte Podiumsdiskussion zu diesem Thema stattfindet, an der auch Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes sowie der frühere Fußballprofi und heutige Funktionär Klaus Allofs teilnehmen. „Ist eine Mannschaft in ihrer Sportdisziplin auf Bundesliganiveau, können Stadt und Region außerordentlich profitieren und umgekehrt “, erklärte Hamker, deren Vater Hartwig Piepenbrock ein namhafter Sponsor des VfL Osnabrück war. „Speziell der Fußball fördert Kontakte und stiftet Identität. Das kommt der Wirtschaft zugute“, sagte die Osnabrückerin.  

Die Unternehmerin erwartet auf dem Kongress außerdem „starke Signale“ von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die als Hauptrednerin auftritt. Am Abend spricht zudem Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Die Wirtschaft brauche angesichts der sich eintrübenden Konjunktur die Rückendeckung der Politik, erklärte Hamker. „ Klar ist aber: Der Mittelstand erweist sich in schwierigen Zeiten als robuster als die Dax-Konzerne“, sagte die 53-Jährige. 

"Altmaier hat geliefert"

Sie begrüßte, dass Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) jetzt sein Versprechen eingehalten und das angekündigte Mittelstandspapier „geliefert“ habe. „Wir brauchen ein Klimapaket der Vernunft, die steuerliche Entlastung der Leistungsträger, die komplette Abschaffung des Soli sowie die Deckelung des Steuersatzes für Personengesellschaften auf 45 Prozent“, erklärte die Präsidentin. Entsprechende Vorschläge kämen jetzt von Altmaier.

 Gut sei, dass der Minister das Thema Mittelstand zur Chefsache gemacht und eine Vielzahl von Betrieben besucht habe. „Jetzt muss er die PS auf die Strecke bringen. Das ist nicht einfach mit dem Koalitionspartner SPD, der sich bei der Förderung des Mittelstands nicht sehr geländegängig zeigt“, meinte Hamker. Die Attacken mancher Unternehmer gegen Altmaier – er wurde als „Totalausfall“ bezeichnet - halte sie „für nicht vertretbar“. Auch bei unterschiedlicher Auffassung müsse man respektvoll miteinander umgehen.

"Rezession nicht herbeireden"

Die Unternehmerin zeigte sich besorgt, weil nach der Dieselaffäre Anklage gegen die VW-Konzernführung erhoben wurde. Sie warnte aber davor, jetzt die ganze Autobranche zu diffamieren. „Was in der Dieselaffäre passiert ist, sind die Verfehlungen einzelner Personen. Die müssen entsprechend geahndet werden“, hob Hamker hervor und fügte hinzu: „Auch dürfen wir jetzt nicht die Dieseltechnologie verteufeln, die in der Deutschland führend ist.“ Nötig sei, mehr Sachlichkeit in die Debatte zu bringen.

Sie hält es für „sehr bedenklich“ eine „ Rezession herbeizureden“. Ja, die Unternehmen hätten in den letzten Monaten weniger Auftragseingänge verzeichnet. Und die international aufgestellten Betriebe n litten unter den Handelskriegen zwischen den USA und Asien sowie unter dem Brexit. Im Bereich Papier, Stahl und Chemie spreche man teilweise schon „von einer schleichenden Deindustrialisierung“. Dennoch seien speziell die Mittelständler in der Lage, eine „Delle“ auszuhalten. Aber jetzt sei die Politik gefordert, gute Rahmenbedingungen zu schaffen und so Arbeitsplätze zu sichern. Sie teile zudem Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) , wonach Klimaschutz-Maßnahmen die Konjunktur antreiben würden.


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