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29.09.2019, 18:24 Uhr KOMMENTAR ZUR WAHL IN ÖSTERREICH

Wahl in Österreich: Typen statt Themen

Ein Kommentar von Katharina Ritzer


Zuversichtlich wirkte Sebastian Kurz bei der Stimmabgabe am Sonntagnachmittag – zu Recht, wie am Abend feststand: Seine ÖVP fuhr ein Rekordergebnis ein bei der Parlamentswahl in Österreich. Foto: Joe Klamar/AFPZuversichtlich wirkte Sebastian Kurz bei der Stimmabgabe am Sonntagnachmittag – zu Recht, wie am Abend feststand: Seine ÖVP fuhr ein Rekordergebnis ein bei der Parlamentswahl in Österreich. Foto: Joe Klamar/AFP

Osnabrück. Es „geht sich aus“ sagt der Österreicher, wenn eine Sache erfolgreich ist. Insofern geht sich die Wahl aber so was von aus für Sebastian Kurz, der mit seiner ÖVP ein Rekordergebnis eingefahren und sein Wahlziel voll erreicht hat, wonach es keine Regierung ohne seine Partei geben können sollte.

Der so junge wie alte Kanzler Sebastian Kurz wird auch der neue Kanzler Österreichs sein, das darf als sicher gelten. Zwei Fragen bleiben aber spannend. Erstens: Mit wem wird Kurz koalieren? Er hat die Wahl zwischen einer für die Ibiza-Affäre abgestraften FPÖ und den wiederauferstandenen Grünen. 

Die FPÖ kann wenig bis nichts fordern, die Grünen hingegen können durchaus selbstbewusst auftreten. Klingt also eher nach einer Fortsetzung der alten Koalition mit einer nun vollends dominanten ÖVP, aber darauf wetten sollte man nicht. Denn noch ist unklar, wie beweglich sich die Grünen zeigen für ein paar Ministersessel. 

Und die zweite Frage? Die ist mindestens ebenso spannend und lautet: Für was steht diese ÖVP eigentlich inhaltlich außer für einen Kanzler Kurz? Im Wahlkampf ist sehr vieles bis fast alles bemerkenswert vage geblieben, Sebastian Kurz hatte auf alle Fragen ebenso geschmeidige wie ausweichende Antworten. 

Gewählt wurden also keine Themen, sondern Typen. Unklar bleibt deshalb, ob sich die Wahl in Österreich auch für Europa ausgeht, ob Österreich weiter als stabiler Partner mitarbeitet und an den gemeinsamen Werten festhält. Denn weitere Abweichler wie den ungarischen Nachbarn wird die EU nicht vertragen.


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