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29.09.2019, 16:25 Uhr KOMMENTAR

Teurere Fahrkarten: Die Groko hat das Wichtigste vergessen

Ein Kommentar von Vincent Buß


Fahrkarten werden zwar im Fernverkehr günstiger – im Nahverkehr ist das aber oft anders. Foto: Julian Stratenschulte/dpaFahrkarten werden zwar im Fernverkehr günstiger – im Nahverkehr ist das aber oft anders. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Julian Stratenschulte

Osnabrück. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, den Nahverkehr auszubauen. Viele Menschen sehen ein, dass ein Umsteigen notwendig ist, um dem Klimaschutz gerecht zu werden. Doch dafür muss auch das Angebot von Bus und Bahn verbessert werden; das Geld dafür soll aber nicht nur vom Staat kommen, sondern auch vom Nutzer – das wird für Unverständnis sorgen. Ein Kommentar.

Mit großer Hingabe hat sich die Groko in ihrem Klimapaket dem Bahnfahren auf Fernstrecken gewidmet. Dabei spielt der der ÖPNV im Alltag der Menschen eine viel größere Rolle: Auf dem Weg zur Schule oder Arbeit werden die wenigsten Menschen in einen Fernzug steigen.

Zwar plant die Bundesregierung durchaus mehr Geld für den Nahverkehr ein. Doch das reicht laut mehreren Verkehrsverbünden nicht. Sie klagen, dass der Ausbau der Netze und der umweltfreundlichen Antriebe zu teuer sei.

Also werden die Tickets ab kommendem Jahr vielerorts teurer. Das mag auch einen anderen Grund haben, den die Verkehrsverbünde lieber für sich behalten: Viele Fahrpreiserhöhungen waren bereits beschlossen, bevor das Klimapaket verabschiedet wurde.

Verständnis für höhere Fahrkartenpreise wird aber nur geschaffen, wenn die Verbraucher Ergebnisse sehen: Nicht nur die Streckennetze müssen erweitert werden, Busse und Bahne müssen auch weniger überfüllt, besser getaktet, zuverlässiger und sauberer sein. Nur dann lassen mehr Menschen das Auto stehen.


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