Affäre um Trump-Telefonat Vor Anhörung im Kongress: US-Sondergesandter für die Ukraine tritt zurück

Der Ukraine-Beauftragte der USA Kurt Volker hat nach Ankündigung seiner Vorladung in der Ukraine-Affäre sein Amt niedergelegt. Foto: imago images/Ukrinform/Danil ShamkinDer Ukraine-Beauftragte der USA Kurt Volker hat nach Ankündigung seiner Vorladung in der Ukraine-Affäre sein Amt niedergelegt. Foto: imago images/Ukrinform/Danil Shamkin

Washington. Im Zuge der Ukraine-Affäre ist der Sondergesandte des US-Außenministeriums für die Ukraine, Kurt Volker, von seinem Amt zurückgetreten.

Nach den Enthüllungen über das brisante Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj ist der US-Sondergesandte für die Ukraine, Kurt Volker, zurückgetreten. Volker gehört zu fünf Mitarbeitern des Außenministeriums, die die Demokraten im Repräsentantenhaus im Rahmen ihrer Untersuchungen für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump vorgeladen haben.

Volker soll am 3. Oktober vor dem Kongress aussagen

Volker habe seinen Rücktritt am Freitag (Ortszeit) eingereicht, nachdem er für nächsten Donnerstag zur Befragung einbestellt wurde, hieß es aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Zuerst hatte die Studentenzeitung der Arizona State University über Volkers Rücktritt berichtet. Dort leitet Volker ein Institut.

Trump ist wegen der Enthüllungen über das brisante Telefonat mit Selenskyj massiv unter Druck geraten und steht im Verdacht des Amtsmissbrauchs. Die US-Demokraten kündigten wegen der Affäre eine offizielle Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten an.

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Trump hatte Selenskyj in dem Telefongespräch Ende Juli gedrängt, die ukrainischen Behörden sollten Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen Sohn Hunter aufnehmen. Biden könnte bei der Präsidentenwahl im November 2020 für die Demokraten gegen Trump antreten, so dass kompromittierende Informationen Trump im Wahlkampf einen Vorteil verschaffen könnten.

Das Telefonat zwischen Trump und Selenskyj wurde durch die interne Beschwerde eines anonymen Geheimdienstmitarbeiters öffentlich. Aus der am Donnerstag veröffentlichten Beschwerde geht hervor, dass Volker hochrangige ukrainische Regierungsvertreter getroffen habe, um zu klären, wie Trumps Forderungen an Selenskyj zu "steuern" seien.

Demokraten erzwingen Einsicht in Dokumente

Trump weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einer "Hexenjagd" gegen ihn. Sein Außenminister Mike Pompeo wurde am Freitag von den Demokraten im Kongress ultimativ aufgefordert, bis zum 4. Oktober Dokumente für ihre Untersuchungen herauszugeben. Dazu stellten sie eine sogenannte Subpoena aus, also eine rechtlich verbindliche Aufforderung.


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