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27.09.2019, 17:35 Uhr RENTENSTREIT IN DER KOALITION

Grundrente, nein danke: Es gibt eine Alternative

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Wann gibt es endlich mehr Geld für Rentner mit Minibezügen? Die Koalition streitet weiter.. Foto: Marijan Murat/dpaWann gibt es endlich mehr Geld für Rentner mit Minibezügen? Die Koalition streitet weiter.. Foto: Marijan Murat/dpa

Osnabrück. Können Rentner mit Minibezügen bald auf einen Aufschlag hoffen? Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als stehe eine Einigung zur Grundrente kurz bevor. Doch noch immer sind die Koalitionspartner weit voneinander entfernt. Am besten wäre sowieso, sie würden sich auf eine ganz andere Variante verständigen. Ein Kommentar.

Welch ein Aufwand. Eine Grundrente mit Bedürftigkeitsprüfung würde immensen bürokratischen Aufwand bedeuten: die millionenfache Überprüfung von Einkommens- Vermögens- und Haushaltverhältnissen. So wie sie im Koalitionsvertrag stehen, können die Pläne deshalb nicht bleiben. Es wäre eine Reform nach dem Motto: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.

Der alternativ diskutierte Weg einer vereinfachten Einkommensprüfung auf der Basis von Steuerdaten ist da schon besser. Immerhin müsste dann nicht auch noch Erspartes und der Wert von Wohneigentum ermittelt werden.

Am besten aber wäre die Wiedereinführung eines 1991 abgeschafften Modells: der Rente nach Mindestentgeltpunkten. Das hört sich – wie so vieles in der Altersvorsorge – sehr sperrig an. Doch hat diese Lösung den Vorteil fester Formeln, nach denen Zeiten niedriger Einkommen aufgewertet und so die Rentenanwartschaften von Niedrigverdienern systematisch angehoben werden.

Wichtig ist in jedem Fall: Wer viele Jahre gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, der darf im Alter nicht mit Grundsicherung, also Sozialhilfe, abgespeist werden. Und da geht es nicht nur darum, Altersarmut zu bekämpfen. Das ist auch eine Frage des Respekts vor der Lebensleistung eines Menschen.


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