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28.09.2019, 01:00 Uhr KOLUMNE

Andrea Nahles abgetaucht: Ihr Platz bleibt leer

Von Tobias Schmidt


Andrea Nahles nach ihrem Rückzug von der SPD-Spitze am 3. Juni in Berlin.
Foto: Tobias Schwarz / AFPAndrea Nahles nach ihrem Rückzug von der SPD-Spitze am 3. Juni in Berlin. Foto: Tobias Schwarz / AFP

Berlin. Die erste reguläre Sitzungswoche des Bundestages nach den langen Parlamentsferien ist beendet. Es wurde wieder gestritten, debattiert und abgestimmt unter der Reichstagskuppel. Nur ein Platz blieb leer. Andrea Nahles war nicht da, und auch kein Nachrücker.

Nach ihrem Rückzug von der Parteispitze Anfang Juni hatte Nahles angekündigt, auch ihr Bundestagsmandat niederzulegen. Das hat die frühere Fraktionschefin bislang nicht getan. "Wir warten", heißt es in der SPD. 

Bis auf einen Auftritt Mitte August in der Benediktiner-Abtei Maria Laach, bei dem die 49-jährige Katholikin über mangelnde Gleichberechtigung in Politik und Kirche sprach, ist Andrea Nahles abgetaucht. Der letzte Eintrag auf ihrem Twitter-Account stammt vom 1. Juni. Interview-Anfragen bleiben unerwidert. Von den Partei-Schwergewichten haben nur noch ganz wenige Kontakt zur Genossin, die es als erste Frau an die Spitze der SPD geschafft hatte.

Dass Andrea Nahles in den Reichstag zurückkehrt, erwartet niemand. Es gab Spekulationen, sie habe ihr Mandat noch nicht zurückgegeben, weil in der Rheinland-Pfalz-SPD darüber gestritten werde, wer ihren Platz einnehmen solle. Das stimmt nicht. Zwar ist Joe Weingarten parteiintern umstritten, etwa, weil er unqualifizierte und nicht verfolgte Asylbewerber als „Gesindel“ bezeichnete. „Aber Liste ist Liste“, betont man in Mainz. Weingarten steht bereit, Nahles‘ Platz einzunehmen. Die nächste Sitzungswoche beginnt am 14. Oktober.


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