"Alles tun, um Meere zu schützen" Umweltbundesamt: Klimawandel verändert Naturraum Nordsee

Bedroht der Klimawandel das Wattenmeer? Foto: dpa/Ingo WagnerBedroht der Klimawandel das Wattenmeer? Foto: dpa/Ingo Wagner
Ingo Wagner

Osnabrück. Das Umweltbundesamt sorgt sich nach den Warnungen des Weltklimarates um den Erhalt der Lebensräume an den deutschen Meeresküsten – etwa das Weltnaturerbe Wattenmeer.

Präsidentin Maria Krautzberger erklärte auf Anfrage unserer Redaktion: „Ich befürchte: Wenn die vorhergesagten Änderungen wahr werden, dann haben wir einen völlig anderen Naturraum.“ Zwar könne das Wattenmeer einen Anstieg des Meeresspiegels bis zu einem gewissen Grad verkraften. Hinzu kämen aber die Erwärmung und Versauerung der Meere.

„Diese Faktoren verändern den Lebensraum Nordsee schon jetzt“, so Krautzberger. Einzelne Arten würden in kühlere Meeresregionen Richtung Norden abwandern. Auch die natürlichen CO2-Speicher im Wattenmeer wie Seegraswiesen stünden vor Problemen. Die UBA-Präsidentin sagte: „Wir müssen alles tun, um unsere Meere und Küsten, einschließlich des Weltnaturerbes Wattenmeer, zu schützen.“ 

Sie verwies zudem auch Risiken für die Küstenbewohner an Nord- und Ostsee. Wenn sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunige, müssten „vorbehaltlos alle Möglichkeiten zur Sicherung der Küsten“ diskutiert werden. Krautzberger nannte „naturnahe Lösungen“ wie Sandvorspülungen oder küstennahe Überflutungsräume. Es reiche nicht mehr aus, nur über höhere Deiche zu sprechen.

Meeresspiegel steigt immer schneller

Nach dem jüngsten Bericht des Weltklimarats steigt der Meeresspiegel immer schneller: Derzeit ist der Anstieg demnach mit 3,6 Millimetern im Jahr doppelt so hoch wie im Schnitt des 20. Jahrhunderts. Während der Meeresspiegel im gesamten vorigen Jahrhundert um 15 Zentimeter kletterte, könnte er bei starker Erhöhung der Treibhausgasemissionen bis 2100 um rund einen Meter steigen.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) kündigte bereits an, die Höhe der Deiche entlang der Nordseeküste zu überprüfen. Er sagte: „Wir werden in den nächsten Jahrzehnten Milliarden Euro in den Küstenschutz investieren müssen.“ Auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte, das Land werde festlegen müssten, „was uns die Sicherheit an unseren Küsten Wert ist". (mit dpa)


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