Peinliche Bildmanipulation Photoshop-Panne bei Kanadas Grünen – Parteichefin muss sich erklären

Dieses Bild von Grünen-Politikerin Elizabeth May wurde 2018 aufgenommen. Veröffentlicht wurde später auch eine bearbeitete Version. Foto: Green Party of CanadaDieses Bild von Grünen-Politikerin Elizabeth May wurde 2018 aufgenommen. Veröffentlicht wurde später auch eine bearbeitete Version. Foto: Green Party of Canada

Halifax. Grünen-Politikerin Elizabeth May muss sich für ein mit Photoshop bearbeitetes Bild rechtfertigen, das sie beim Besuch eines Marktes in Vancouver Island zeigt.

Kanadas Grünen-Chefin Elizabeth May hat zugegeben, dass ein von ihrer Partei veröffentlichtes Foto bearbeitet wurde: Der Pappbecher in ihrer Hand wurde durch einen Mehrwegbecher mit Metalltrinkhalm ersetzt. Kritiker werfen ihr vor, damit ihre Glaubwürdigkeit im Umweltschutz aufbessern zu wollen. May streitet das ab: "Es gab nichts zu verbergen."

Auf dem Bild ist die 65-jährige Kanadierin beim Besuch eines Marktes in Vancouver Island 2018 zu sehen. May hat einen kompostierbaren Pappbecher in der Hand. Wie "The Graphic Leader" berichtet, wurde das Bild im Frühling auf der Website der Grünen-Partei veröffentlicht – erst im Original. Im Juli sei es dann durch eine bearbeitete Version ersetzt worden. Nun hielt May einen Mehrwegbecher samt Grünen-Parteilogo und Metalltrinkhalm in der Hand.

Ein billiger PR-Trick? Eine Sprecherin der Grünen-Partei erklärte zunächst, die Bildmanipulation solle kein Umwelt-Statement sein, sondern sollte schlicht das Logo auf dem Foto platzieren. 

"Schockiert" von Bildbearbeitung

Auch die abgebildete May wehrte sich gegen die Unterstellung, die Öffentlichkeit bewusst täuschen zu wollen: "Ich war total schockiert, als ich erfahren habe, dass die Partei ein Bild von mir beim Sidney Street Market letztes Jahre bearbeitet hat", stellt May in einer Stellungnahme klar. Demnach verzichte sie im Alltag auf Wegwerfprodukte aus Plastik und halte ein, was sie predige: "Ich trinke nie aus Plastikflaschen, trage immer meinen wiederverwendbaren Kaffeebecher mit mir herum sowie meine Bambus-Utensilien." 

Ich hoffe, dass trotz dieses Fehltritts meiner es gut meinenden Parteimitarbeiter (die hofften, unser Logo auf dem Bild unterzubekommen), die Leute mit glauben können, dass es nichts auf dem echten Foto gibt, das ich verbergen wollte.Elizabeth May, Chefin der Green Party of Canada

In Kanada beherrscht der Gebrauch von Plastik gerade die öffentlichen Debatten. Die liberale Regierung von Premierminister Justin Trudeau hat angekündigt, bis 2021 Wegwerf-Plastikprodukte zu verbieten. Kurz darauf wurde Trudeau bei einem Arbeitsessen mit Plastikbesteck fotografiert, was Kritiker als Verrat an seinen Umweltzielen deuteten.

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