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24.09.2019, 18:13 Uhr KONFLIKT AM GOLF

Wo Trump Recht hat und Merkel gefragt ist

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) und US-Präsident Donald Trump unterhalten sich zu Beginn am Rande des UN-Generalversammlung. Foto: Guido Bergmann/Bundesregierung/dpaBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) und US-Präsident Donald Trump unterhalten sich zu Beginn am Rande des UN-Generalversammlung. Foto: Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa
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Osnabrück. Der Konflikt mit dem Iran steuert nach den Luftangriffen auf Saudi-Arabien auf eine weitere Verschärfung zu. Umso wichtiger ist es, dass sich die Europäer um Vermittlung bemühen. Klare Kante zu zeigen ist das Eine. Sicher ist aber auch: Käme es zu einem neuen Krieg am Golf, gäbe es nur Verlierer. Ein Kommentar.

Angela Merkel und Emmanuel Macron ist Glück zu wünschen. Sie haben das Format und die Erfahrung, die Kontrahenten im Konflikt am Golf an einen Tisch zu bringen. Indem sie zwischen US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani vermitteln, tragen sie womöglich dazu bei, eine brandgefährliche Eskalation zu vermeiden.

Der Iran steht unter maximalem Druck, nachdem nun auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien iranische Kräfte für den folgenschweren Luftangriff auf Saudi-Arabien verantwortlich machen. Zudem droht Trump der Regierung in Teheran mit einer Verschärfung der Sanktionen. Das ist nur folgerichtig, nachdem der Iran einmal mehr als Aggressor entlarvt ist.

Die Taktik birgt freilich große Risiken. denn es fehlt nicht mehr viel, und die Spannungen entladen sich in einer unberechenbaren Welle der Gewalt. Den Iran vollends zu isolieren oder gar militärisch zu intervenieren, könnte zu weiteren Terrorakten und Krieg in der Golfregion führen.

Das Regime in Teheran muss also Gesprächspartner bleiben. Seine Verhandlungsposition hat sich nach der Attacke auf die Saudis aber drastisch verschlechtert. Künftige Abkommen mit Iran müssen neben dem Atomprogramm ebenso ballistische Waffen zum Inhalt haben. Auch da hat die US-Regierung Recht behalten.


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