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19.09.2019, 16:04 Uhr KOMMENTAR

Trisomie-Tests: Die einzig richtige Entscheidung

Ein Kommentar von Tobias Schmidt


Neuere Bluttests helfen, frühzeitig ein Down-Syndrom bei Ungeborenen zu erkennen.
Foto: Caroline Seidel/dpaNeuere Bluttests helfen, frühzeitig ein Down-Syndrom bei Ungeborenen zu erkennen. Foto: Caroline Seidel/dpa

Berlin. Zweieinhalb Jahre wurde intensiv und erbittert diskutiert, ob einfache Bluttests auf das Down-Syndrom bei Ungeborenen von den Kassen erstattet werden sollten. Das Argument der Gegner: Es werde Druck erzeugt, behinderte Kinder abzutreiben.

Das wäre nicht hinnehmbar. Und dem können die Erfahrungen zahlloser Eltern entgegengehalten werden, dass ein Leben mit Kindern mit Trisomie 21 erfüllend sein kann. 

Es kann aber keine Antwort sein, mit Spekulationen über eine Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen Frauen vom medizinischen Fortschritt ausschließen zu wollen. Schon heute werden durch Ultraschall sowie veraltete und gefährliche Tests die meisten Kinder mit Down-Syndrom im Mutterleib erkannt. In den meisten Fällen entscheiden sich Eltern zur Abtreibung. Die neueren, seit sieben Jahren zugelassenen Tests vermeiden Komplikationen, erlauben frühere Klarheit und damit frühere Abbrüche und sollen nur bei Risikoschwangerschaften und nach eingehender Beratung bezahlt werden.

Eine Verweigerung der Erstattung löst die ethische Frage nicht. Sie macht es nur Eltern mit kleinem Geldbeutel schwerer. Die Entscheidung von Ärzten, Kassen und Kliniken, die Tests in den Leistungskatalog aufzunehmen, ist daher die einzig richtige. Das ändert nichts daran, dass die Gesellschaft mehr tun muss, um Behinderte und ihre Eltern zu unterstützen.


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