Gesetzliche Altersvorsorge Neue Studie: Frauen erhalten ein Viertel weniger Rente als Männer

Von afp

Während er sich zurücklehnen kann, muss sie jeden Cent zweimal umdrehen. Symbolbild: dpa/Stephan ScheuerWährend er sich zurücklehnen kann, muss sie jeden Cent zweimal umdrehen. Symbolbild: dpa/Stephan Scheuer

München. In 15 Jahren Rente ergibt sich laut der Studie ein Unterschied von 25.000 Euro zwischen Mann und Frau. Der Grund für die unterschiedliche Absicherung: Kinder.

Frauen erhalten im Schnitt 26 Prozent weniger Rente als Männer. Das geht aus einer bisher unveröffentlichten Studie der Universität Mannheim und der niederländischen Tilburg University hervor, aus der die "Süddeutsche Zeitung" zitiert. "Im Schnitt hätte eine Frau, die mit 67 in den Ruhestand geht, nach heutiger Berechnung im Monat 140 Euro weniger gesetzliche Rente als ein Mann", sagte demnach Alexandra Niessen-Ruenzi, Professorin an der Universität Mannheim.

Mit den Kindern fängt es an

Beziehe diese Frau 15 Jahre lang Rente, fehlten ihr rund 25.000 Euro, fügte Niessen-Ruenzi hinzu. Um die geschlechtsspezifische Rentenlücke zu ermitteln, zogen Niessen-Ruenzi und Christoph Schneider, Professor an der Tilburg University, Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) heran. Diese basierten demnach auf gesetzlichen Rentenansprüchen von 1,8 Millionen Arbeitnehmern. Der Stichprobenzeitraum reichte von 1993 bis 2014, laut Studie die aktuellsten verfügbaren Daten. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Fondsgesellschaft Fidelity.

Die Daten der Forscher zeigen, dass sich der unterschiedliche Rentenanspruch erst entwickelt: Bis zum 35. Lebensjahr liegen die Geschlechter noch nah beieinander, danach entwickeln sich die Ansprüche stark auseinander. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" führen die Forscher dies auf eine mögliche Familiengründung zurück. Da Frauen häufiger als Männer nach der Geburt eines Kindes ihre Arbeitszeiten reduzieren würden, beginne in dieser Altersgruppe die unterschiedliche Entwicklung des Rentenanspruchs – "mit drastischen Folgen für die Finanzen von Frauen und ihre spätere Rente", so Alexandra Niessen-Ruenzi, Professorin an der Universität Mannheim, gegenüber der Zeitung.


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