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13.09.2019, 18:39 Uhr KOMMENTAR

Krach in der katholischen Kirche: ein Schlag ins Gesicht

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Ein Brief aus dem Vatikan erreichte Anfang September die deutschen Bischöfe. Foto: imago Stock&people/imageBROKER/BarbaraxBoenschEin Brief aus dem Vatikan erreichte Anfang September die deutschen Bischöfe. Foto: imago Stock&people/imageBROKER/BarbaraxBoensch

Osnabrück. Der Brief aus dem Vatikan gleicht einem Schlag ins Gesicht der deutschen Bischöfe – und vor allem der Gläubigen. Ein Kommentar.

Im Frühjahr hatten die Bischöfe in Lingen mit Mühe und Not einen Erneuerungsprozess beschlossen. Zusammen mit Laienvertretern. Die Missbrauchsskandale, die Vertrauenskrise, das Unbehagen vieler Gläubiger konnten die deutschen Kirchenoberen nicht ignorieren. 

Nun wirkt der Brief aus Rom wie ein Stoppschild auf dem sogenannten „synodalen Weg“. Bevor der Prozess überhaupt begonnen hat, soll er nach dem Willen der römischen Rechtsexperten schon wieder vorbei sein. Immerhin sei die katholische Kirche keine Demokratie. Zwischen den Zeilen liest sich der Vorwurf heraus, wie sich die Deutschen (mal wieder) erdreisten können, derart aus der Reihe zu tanzen.

Es stimmt, die katholische Kirche ist keine Demokratie. Und Beobachter fragen sich seit Lingen, wie denn das Ergebnis eines Dialogprozesses aussehen soll. Immerhin schließen sich verbindliche Beschlüsse auf nationaler Ebene und vatikanisches Recht aus. Nehmen die Gutachter also eine absehbare Enttäuschung vorweg? Vielleicht. Vielleicht rauben sie den Gläubigen in Deutschland aber auch die letzte Hoffnung darauf, dass sich ihre Kirche weiterentwickelt.


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