Ein Bild von Uwe Westdörp
12.09.2019, 18:19 Uhr VIELE SORGEN UND EIN RÜCKTRITT

Automobilbranche hat Sand im Getriebe

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Ernste Gesichter auf der Internationalen Automobilausstellzung  (IAA) in Frankfurt: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Chef des Branchenverbandes VDA, Bernhard Mattes, der seinen vorzeitigen Rückzug aus dem Amt angekündigt hat.  Foto:  Daniel ROLAND / AFPErnste Gesichter auf der Internationalen Automobilausstellzung (IAA) in Frankfurt: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Chef des Branchenverbandes VDA, Bernhard Mattes, der seinen vorzeitigen Rückzug aus dem Amt angekündigt hat. Foto: Daniel ROLAND / AFP

Osnabrück. Sand im Getriebe: Neue Manipulationsvorwürfe, Konjunktursorgen, mögliche neue Fahrverbote, ungelöste technische Fragen und der Rücktritt des Cheflobbyisten der Branche überschatten die Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung. Ein Kommentar.

Ein merkwürdiges Gefühl der Unsicherheit begleitet die Internationale Automobilausstellung. Einerseits locken neue Modelle die Besucher. Andererseits dämpfen viele ungelöste technische Fragen und ein stark gesunkenes Vertrauen in die Hersteller das Interesse.

Vor allem VW dürfte das jetzt noch einmal zu spüren bekommen. Zwar folgte den neuen Manipulationsvorwürfen ein schnelles Dementi. Doch bleibt der unterschwellige Verdacht, es könne doch etwas dran sein an der Geschichte. Schließlich ist der große Diesel-Manipulationsskandal ja auch nur stückweise ans Licht gekommen.

Zweiter großer Unsicherheitsfaktor auf der IAA sind die Konjunktursorgen. Ein Wirtschaftsforscher nach dem anderen senkt gerade die Daumen – keine gute Aussicht für die Branche.

Und schließlich ist da die Frage: Wie halten wir es mit der Elektromobilität? Jetzt schon einsteigen ins E-Auto, oder lieber noch warten? Das ist eine schwer zu beantwortende Frage, zumal es immer noch an Ladestationen und genügend sauber produziertem Strom aus erneuerbaren Energien mangelt.

Als hätte es noch eines Belegs für die schwierige Situation der Branche bedurft, kündigte dann auch noch Cheflobbyist Bernhard Mattes an, sein Amt vorzeitig niederzulegen. Gerade in der derzeitigen Umbruchsituation ist die Führungskrise eine schlechte Nachricht für den Herstellerverband VDA.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN