Globaler Klimastreik Fridays for Future: Was passiert am 20. September?

In Hamburg malten Schüler vor dem Rathaus Transparente für ihren weltweiten Aktionstag am 20. September. Foto: Markus Scholz/dpaIn Hamburg malten Schüler vor dem Rathaus Transparente für ihren weltweiten Aktionstag am 20. September. Foto: Markus Scholz/dpa

Osnabrück. Nach den Sommerferien demonstrieren viele Schüler weiter für den Klimaschutz. Gerade malen sie Plakate und Transparente für das nächste große Event. Am 20. September rufen sie zum „globalen Klimastreik“ auf. Was ist zu erwarten und warum könnte das Ganze größer werden als bislang?

Was passiert am 20. September? 

Die Fridays-for-Future-Bewegung will nach eigenen Angaben den größten Klimastreik aller Zeiten organisieren. An diesem Tag bereiten die Vereinten Nationen einen Gipfel vor und das Klimakabinett in Berlin tagt. Die Jugendlichen wollen das Datum nutzen und weltweit mit möglichst vielen Menschen auf die Straße gehen. In Deutschland soll laut Organisatoren in mehr als 350 Städten gestreikt werden. Passanten werden die Demos und Aktionen in den Innenstädten sehen.

Wer soll teilnehmen?

Der Aufruf richtet sich nach dem Vorbild eines Generalstreiks an alle Bürger. Bislang gingen vor allem Schüler, vielleicht noch Studenten und Lehrer auf die Straße. Jeweils am Freitag schwänzten die Schüler dazu einen Teil des Unterrichts. Dieses Mal sollen möglichst viele Erwachsene mitmachen.

Was fordern die Aktivisten?

Die Bewegung fordert in Deutschland die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens, den Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 und bis 2035 eine emissionsneutrale Energiegewinnung. Bis zum Jahresende sollen dazu die Subventionen für fossile Energieträger gestrichen und ein Viertel der Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Zudem fordern die Jugendlichen eine Steuer auf CO2-Emissionen.

Foto: Gert Westdörp

Wer unterstützt die Aktion?

Mehr als 50 Umweltgruppen und Verbände beteiligen sich. Mehrere evangelische Landeskirchen machen mobil. Der Repräsentant der größten deutschen Landeskirche, Bischof Ralf Meister aus Hannover, ruft zur Teilnahme auf. Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen sollten sich mit eigenen Aktionen beteiligen. Angestellte mehrerer evangelischer Einrichtungen seien für diesen Tag freigestellt. Die Gemeinden sollen in Gottesdiensten auf den Streik hinweisen. Seine Kollegen, etwa aus Oldenburg, Bremen und Braunschweig, schließen sich an und wollen mit Glockengeläut zu Schöpfungsandachten und Gottesdiensten einladen. Die katholischen Bistümer haben sich laut der Deutschen Bischofskonferenz unterschiedlich positioniert. Der für Umwelt zuständige Weihbischof Rolf Lohmann sprach sich grundsätzlich für die Aktion aus.

Welchen Einfluss haben die Schüler? 

Die Demonstranten kommen mittlerweile vielerorts mit Lokal- und Landespolitikern ins Gespräch. Einerseits kritisieren die Schüler die Politik hart. Die bekannteste deutsche Aktivistin, Luise Neubauer, sagte jüngst, Angela Merkel sei schlimmer als Donald Trump. Der Grund: Die Kanzlerin tue so, als wolle sie etwas ändern, setze es dann aber nicht um. Auf der anderen Seite beziehen Politik und Zivilgesellschaft die Schüler ein und versuchen, ihnen entgegen zu kommen. In Osnabrück bekamen die Jugendlichen etwa einen Sitz im Klimabeirat der Stadt. In Rostock haben sich die Schüler mit Studenten und Eltern zum Bündnis „Rostock for Future“ vereinigt. Mehrere Städte wie Konstanz, Kiel, Lübeck und Münster riefen den Klimanotstand aus. An Schulen wird über Umweltschutz diskutiert. Zu Hause kritisieren die Schüler ihre Eltern für zu viel Plastikmüll. 

(Mit epd)



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN