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09.09.2019, 12:36 Uhr KOMMENTAR

Lehrermangel und Rechenfehler: Peinlich, peinlich...

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Auch in den kommenden Jahren werden vielerorts Lehrer fehlen - vor allem an Grundschulen. Foto: dpaAuch in den kommenden Jahren werden vielerorts Lehrer fehlen - vor allem an Grundschulen. Foto: dpa

Osnabrück. Peinlich, peinlich: Die Kultusministerkonferenz (KMK) arbeitet offenbar mit veralteten Zahlen. Die Empörung ist groß: Dilettantismus, Politikversagen schallt es den deutschen Bildungspolitikern entgegen. Laut Bertelsmann-Stiftung fehlen der KMK 11.000 Lehrer in der eigenen Statistik. Bis 2025 müssten demnach insgesamt mehr als 26.000 Grundschullehrer eingestellt werden. Ein Kommentar.

Die gute Nachricht: Lehrer werden nicht nur auf Basis dieser Statistik eingestellt. Jedes Land arbeitet mit eigenen Zahlen - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Und wird heute ein Kind geboren, kann man in der Zeit, in der es zum Grundschulkind heranwächst, den Lehrer ausbilden, der es später unterrichten soll.

Die schlechte Nachricht: Diese Theorie wirkt sich nicht ausreichend auf die Praxis aus. Aktuell schlagen sich die Landesregierungen mit Quereinsteigern, Abordnungen und Notfallplänen durch. Überall fehlt es an Lehrern, insbesondere für die Grundschule. Und statt nachzulegen und die Ausbildung massiv hochzufahren, werden Zahlen schöngeredet.

Sicher - eine Lehrerschwemme wie Ende der 80er Jahre will niemand. Aber die aktuellen Zahlen und die mangelhaften Zustände in manchen Grundschulen sollten alle Alarmglocken läuten lassen. Höchste Zeit für die KMK, ihren Fokus voll auf den Lehrermangel zu richten und nachzusteuern. In sechs, sieben Jahren kann niemand sagen, er hätte es nicht besser gewusst.


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