Kampf um den Wald Forstwirtschaft fordert schnelle Hilfe der Politik

Ein vertrockneter Baum in Brandenburg.
Foto: Patrick Pleul/dpaEin vertrockneter Baum in Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/dpa
Patrick Pleul

Berlin. Vor ihrem Treffen mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am heutigen Donnerstag hat die Forstwirtschaft den Druck auf die Politik erhöht, mehr zur Rettung der Dürre-versehrten Wälder zu tun.

Notwendig sei ein umfassender, zwei Milliarden Euro schwerer "Pakt für den Wald", um Schäden durch Dürre, Hitze und Borkenkäfer in den Griff zu bekommen, forderte Hans Georg von der Marwitz, Präsident des Verbandes der privaten Waldbesitzer (AGDW), am Mittwoch in Berlin. 

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, verlangte im Gespräch mit unserer Redaktion: "Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz müssen jetzt von der Bremse gehen und die Mittel freigeben."

Bei dem Treffen mit den Verbänden will Klöckner den "Waldgipfel" am 25. September vorbereiten, auf dem ein Maßnahmenpaket zur Wiederaufforstung geschnürt werden soll. Die Waldbauern brauchen dringend Geld, um beschädigtes Holz rasch aus den Wäldern zu räumen und neue Bäume zu pflanzen.

"Werden ganze Waldgebiete verlieren." Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates. Foto: Reiner Zensen/Imago Images

Schirmbeck forderte unbürokratische Hilfe. "Der Waldbauer ist eine knorrige Persönlichkeit mit breiten Schultern und festen Händen und darf nicht mit seitenlangen Anträgen überfordert werden, vor denen er kapituliert", sagte er. Gerade Besitzer kleinerer Wälder müssten regelmäßig unterstützt werden, um die Mammutaufgabe zu bewältigen.

Eines der größten Probleme bei der Wiederaufforstung ist nach Schirmbecks Angaben das Schalenwild, das in vielen Regionen alle Setzlinge wegfresse. Die Landkreise müssten dafür sorgen, dass intensiver gejagt werde. Den unteren Jagdbehörden warf Schirmbeck "ein exorbitantes Versagen" vor, weil diese verhinderten, dass der Schalenwild-Bestand reguliert werde.

Trotz der intensiven Bemühungen, den Wald für den Klimawandel fit zu machen, zeichnete Schirmbeck ein düsteres Bild: "Wenn die Hitze fortdauert und es weiter nicht regnet, dann wird es so traurig, dass ich es mit Worten nicht beschreiben mag", sagte der Forstwirtschaftsratspräsident. In vielen ausgetrockneten Wäldern habe sich der Borkenkäferbefall seit Jahresbeginn verdoppelt. "Wenn die Trockenheit anhält, werden wir ganze Waldgebiete verlieren", warnte Schirmbeck.


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