Ein Bild von Uwe Westdörp
23.08.2019, 17:11 Uhr BRÄNDE IM AMAZONASGEBIET

Wie man die Brandstifter (vielleicht) stoppen kann

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Brand in Chapada dos Guimaraes in Brasilien Foto: dpa/Christian Niel BerlinckBrand in Chapada dos Guimaraes in Brasilien Foto: dpa/Christian Niel Berlinck

Osnabrück. Tausende von Bränden wüten im Amazonasgebiet und bringen die grüne Lunge der Welt in Gefahr. Das alarmiert auch die Europäische Union. Mit ökonomischen Druck wollen sie die Regierung von Jair Bolsonaro zwingen, die Brandstifter zu stoppen. Der G7-Gipfel hat damit ein überragendes Thema. Ein Kommentar.

Emmanuel Macron bringt es auf den Punkt: „Unser Haus brennt“, twittert er und meint damit die zahllosen Waldbrände im Amazonasgebiet, die die „grüne Lunge der Welt“ bedrohen.

Es stimmt: Was hier gerade passiert, geht nicht nur die Brasilianer und ihre direkten Nachbarn an – es ist eine Notlage von globaler Dimension. Es ist deshalb gut, dass der französische Präsident und Bundeskanzlerin Angela Merkel das Thema auf die Tagesordnung des G-7-Treffens setzen.

Was aber tun? Brasiliens Präsident Bolsonaro ist bislang nicht als Feuerwehrmann aufgefallen, wohl aber als geistiger Brandstifter. Die kommerzielle Ausbeutung des Regenwaldgebiets ist ihm wichtiger als Klimaschutz. Einen Mann seines Kalibers bringt man nicht mit freundlichen Worten zum Umdenken. Er braucht maximalen Druck, so wie Macron ihn jetzt ausüben will.

Die Drohung, das Mercosur-Freihandelsabkommen der EU mit Brasilien zu blockieren, ist der richtige Hebel im Ringen mit Bolsonaro. Denn Brasilien hat sich in dem Vertrag verpflichtet, eine Reihe von Umweltstandards einzuhalten und die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 zu unterstützen. Die ungebremste Vernichtung von Regenwald ist damit eindeutig nicht zu vereinbaren.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN