Landtagswahl Sachsen 2019 Das müssen Wähler über die Landtagswahl in Sachsen wissen

Am 1. September sind gut drei Millionen Menschen in Sachsen zur Landtagswahl aufgerufen. Foto: imago images / Mario HöselAm 1. September sind gut drei Millionen Menschen in Sachsen zur Landtagswahl aufgerufen. Foto: imago images / Mario Hösel 

Dresden. Am 1. September findet die Landtagswahl in Sachsen statt. Wir erklären wer wie, wo und wen wählen darf.

Zum siebten Mal werden die Abgeordneten des Sächsischen Landtags in Dresden gewählt. Der Landtag setzt sich in der Regel aus 120 Abgeordneten zusammen, kann durch Überhangmandate jedoch vergrößert werden. Die Wahl findet turnusgemäß alle fünf Jahre statt. Gewählt wird in 60 Wahlkreisen.

Wer darf wählen?

In Sachsen sind rund drei Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Wählen darf, wer mindestens 18 Jahren alt ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und seit mindestens drei Monaten den Hauptwohnsitz im Freistaat hat. Spätestens 21 Tage vor der Wahl bekommen die Wähler die Wahlbenachrichtigung zugeschickt.

Personen mit einer körperlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung, dürfen sich von einer anderen Person helfen lassen. Dabei geht es aber nur um technische Hilfe, die Wahlentscheidung an sich muss selbst getroffen und geäußert werden. "Bei Verstoß gegen diese Vorgaben liegt eine strafbare Wahlfälschung vor", teilt die Sächsische Staatskanzlei mit

Wahlswiper zur Sachsen-Wahl 2019: Welche Partei soll ich wählen?

Wie wird gewählt?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen, die auf einem Stimmzettel vergeben werden: In der rechten Spalte wird mit der Listenstimme, beziehungsweise Zweitstimme, wird die Landesliste einer Partei gewählt. Der Anteil der Listenstimmen bestimmt wie viele Sitze eine Partei im Landtag erhält. Wer landesweit unter fünf Prozent der Stimmen erhält, darf nicht in den Landtag einziehen. 

Die linke Spalte ist für die Direktstimme, auch Erststimme genannt. Sie gilt für den Abgeordneten, der den Wahlkreis im neuen Landtag repräsentieren soll. Es kann passieren, dass eine Partei mehr Mandate über die Direktstimme bekommt, als ihr eigentlich über den Anteil der Listenstimmen zusteht. Dann darf sie mehr Abgeordnete nach Dresden schicken, der Landtag wird vergrößert. 

Werden mehr als ein Kreuz oder keines pro Spalte vergeben, wird die Stimme ungültig. Verzierungen und Zeichnungen sind zwar erlaubt, aber sobald die Wahlhelfer nicht deutlich erkennen können, was gewählt wurde, wird die Stimme für ungültig erklärt.

Bei der Landtagswahl 2014 hat die CDU drei Überhangmandate erhalten, Linke, SPD und AfD haben jeweils einen Sitz mehr bekommen. Somit saßen bislang 126 Abgeordnete im Sächsischen Landtag. Damals nahmen mit 49,1 Prozent so wenige Wähler wie nie zuvor im Freistaat ihr Wahlrecht in Anspruch.

Wo wird gewählt?

In den Wahllokalen kann am Sonntag von 8 bis 18 Uhr gewählt werden, wer bis 18 Uhr vor Ort ist, darf auch seine Stimme abgeben. Auf der Wahlbenachrichtung ist für jeden Wähler dessen Wahlbezirk vermerkt und wo das dazugehörige Wahllokal ist. 

Die Wohnorte in Sachsen sind in 60 Wahlkreise aufgeteilt. Die Größe hängt von unter anderem von der Bevölkerungsverteilung ab. 

An sich gilt: Jeder geht alleine in die Kabine. Die Wahl ist frei und geheim. Fotos und Selfies verletzen gegen das Wahlgeheimnis und können mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.

Briefwahl

Wer am Wahlsonntag verhindert ist oder vorher seine Stimme abgeben möchte, kann das per Briefwahl machen. Briefwähler müssen bis zwei Tage vor der Wahl, 16 Uhr, die Wahlunterlagen anfordern. Das ist online bei den zuständigen Stellen möglich. Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung befindet sich außerdem ein Vordruck, mit dem die Wähler den Wahlschein beantragen können.

Mit der Wahlbenachrichtigung kann man am Wahltag auch in einem anderen Wahllokal des eigenen Wahlkreises seine Stimme abgeben – oder vorab persönlich im Briefwahlbüro.

Hier finden Sie den Wahl-O-Mat zur Sachsen-Wahl 2019

Wer wird gewählt?

Insgesamt stehen bei der Landtagswahl in Sachsen 19 Parteien zur Wahl. Aus der Wahl 2014 ging die Sächsische Staatsregierung mit einer CDU/SPD-Koalition unter der Führung von Ministerpräsident Stanislaw Tillich hervor. Nach dessen Rückzug im Dezember 2017, übernahm Michael Kretschmer die Nachfolge. 

Michael Kretschmer (CDU). Foto: imago images / photothek

Pro Wahlkreis gibt es pro Partei höchstens einen Bewerber für das Direktmandat. Für sie gilt das passive Wahlrecht. Demnach dürfen sie nur kandidieren, wenn sie die deutsche Staatsangehörigkeit haben, 18 Jahre oder älter sind und seit mindestens zwölf Monaten in Sachsen ihre Hauptwohnung haben.

Umfragen zur Sachsen-Wahl 2019

Das Ergebnis

Direkt nach Ende der Wahlzeit um 18 Uhr beginnen etwa 35.000 ehrenamtliche Wahlhelfer mit der Auszählung. Das Ergebnis melden die Gemeinden dann dem jeweiligen Kreiswahlleiter. 

Die ausgewerteten Stimmergebnisse rund um die Wahl finden Sie im Live-Blog unter www.noz.de im Internet. Ab 18 Uhr gibt es am Sonntag die ersten Prognosen der Forschungsinstitute. Bis das vorläufige Endergebnis steht, wird es noch etwas dauern. 

Welche Parteien in den Landtag einziehen und welche Koalition zukünftig möglich ist, kann jedoch erst nach dem vorliegen des vorläufigen Landesergebnisses beurteilt werden.


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