zuletzt aktualisiert vor

Kinderbetreuung günstiger – Lebensversicherung später steuerbegünstigt – Rentenbeiträge höher Von den ganz Jungen bis zu den ganz Alten

Von Wolfgang Büser

Da kommt Freude auf: Eltern, die ihre Kinder von einer Tagesmutter haben betreuen lassen, können auf die Rückerstattung zu viel gezahlter Beiträge hoffen. Foto: dpaDa kommt Freude auf: Eltern, die ihre Kinder von einer Tagesmutter haben betreuen lassen, können auf die Rückerstattung zu viel gezahlter Beiträge hoffen. Foto: dpa

Osnabrück. Was bringt das neue Jahr für das Portemonnaie der Bürger? Die Bilanz fällt durchwachsen aus – fest steht aber: Die Änderungen reichen von den Allerkleinsten bis zu den Älteren.

Kinderbetreuungskosten

Eltern können Kosten, die sie für die Betreuung ihrer Kinder bis „14“ aufgewendet haben, leichter als bisher geltend machen: Es ist nicht mehr erforderlich, dass wenigstens ein Elternteil erwerbstätig ist. Es bleibt bei den absetzbaren Beträgen in Höhe von maximal 4000 Euro, die bei einem Gesamtjahresaufwand von 6000 Euro erreicht werden.

Kindergeld

Für ihre volljährigen Kinder, die sich noch in der ersten Schul- oder Berufsausbildung befinden und noch keine 25 Jahre alt sind (von Ausnahmen abgesehen), erhielten Eltern das staatliche Kindergeld nur dann, wenn die „Einkünfte und Bezüge“ des Nachwuchses nicht höher waren als 8004 Euro im Jahr (nach Abzug bestimmter Aufwendungen). Dieses Recht, das die Steuergerichtsbarkeit wegen der Kompliziertheit der Materie in unvorstellbarer Menge belastet hat, ist zum Jahresbeginn 2012 stark vereinfacht worden: durch Wegfall der Einkommensgrenze. Bisher mussten Eltern, deren Kinder auch nur einen Cent mehr als den 8004-Euro-Freibetrag einnahmen, das Kindergeld für das betreffende Jahr komplett zurückzahlen.

Lebensversicherung

Erträge aus privaten Lebensversicherungen, die nach 2011 abgeschlossen werden, werden nur zur Hälfte zur Besteuerung herangezogen, wenn die Versicherungsleistung frühestens mit dem 62. Geburtstag (und nach Ablauf von 12 Jahren Laufzeit seit Vertragsabschluss) ausgezahlt wird.

Lebensversicherungen brauchen bei Verträgen, die nach 2011 abgeschlossen werden, nur noch einen Garantiezins von 1,75 (bisher: 2,25 Prozent) vorzusehen. Die tatsächliche Verzinsung liegt regelmäßig höher.

Rentenbeiträge

Erstmals seit Jahren wird die gesetzliche Rentenversicherung billiger: Der Beitragssatz wurde von 19,9 auf 19,6 Prozent gesenkt. Das bedeutet eine Beitragsersparnis von 3 Euro pro 1000 Euro Arbeitsverdienst – je 1,50 Euro für den Arbeitnehmer und seinen Arbeitgeber. In der Spitze (die Beitragsbemessungsgrenze beträgt im Jahr 2012 immerhin 5600) ist eine Ersparnis von 16,80 Euro (je Anteil 8,40) monatlich möglich. Gesetzliche Renten, die im Jahr 2012 beginnen, werden stärker besteuert als bereits laufende Renten: 64 Prozent der Neurenten sind steuerpflichtig (640 €Euro je 1000 Euro Rente), nur noch 36 Prozent (360 Euro je 1000 Euro Rente) steuerfrei. 2011 war das Verhältnis 62:38, 2005 (dem Jahr des Inkrafttretens des neuen Steuerrechts für Rentner) 50:50.

Witwen-/Witwerrente

Für Ehepaare, die nach 2011 geheiratet haben oder bei denen beide Partner am 1. Januar 2002 noch keine 40 Jahre alt waren, gibt es nicht mehr 60 Prozent, sondern nur noch 55 Prozent der Rente des verstorbenen Partners als Hinterbliebenenrente. Die „kleine“ Witwen-/Witwerrente wird nur noch zwei Jahre lang gezahlt. Die „große“ Witwenrente lebenslang. Sie steht zu, wenn entweder das 45. (bei Versicherungsfällen ab 2012: 47.) Lebensjahr vollendet wurde oder ein waisenrentenberechtigtes Kind unter „18“ erzogen wird oder für ein behindertes Kind gesorgt wird oder die Witwe/der Witwer „vermindert erwerbsfähig“ ist. Die Anhebung der Altersgrenze auf 47 Jahre wird stufenweise bis zum Jahr 2029 vollzogen.