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16.08.2019, 17:34 Uhr KOMMENTAR

Irritierende Debatte um Einreisesperren in Israel

Ein Kommentar von Thomas Ludwig


In Israel unerwünscht: die demokratische US-Kongressabgeordnete Ilhan Abdullahi Omar. Foto: Brendan Smialowski/AFPIn Israel unerwünscht: die demokratische US-Kongressabgeordnete Ilhan Abdullahi Omar. Foto: Brendan Smialowski/AFP

Osnabrück. Wer extreme Standpunkte vertritt, muss mit extremen Reaktionen rechnen. Diese Erfahrungen machen zwei muslimische US-Abgeordnete, die angesichts ihrer Boykottaufrufe und Polemik gegen Israel in dem Land nicht erwünscht sind.

Dabei verwundert es nicht, dass ein Staat, der von vielen Muslimen in seiner Existenz immer wieder in Frage gestellt wird, auf derlei Verbalattacken sehr empfindlich reagiert – zumal auch die Gesetzeslage ausdrücklich harte Reaktionen vorsieht. Das ist alles andere als ein Skandal.

Skandalös ist vielmehr die Einmischung von US-Präsident Donald Trump, der via Twitter – nicht zum ersten Mal – gezielt Stimmung gegen die zwei muslimischen US-Demokratinnen macht und Israels Regierung souffliert, was zu tun sei. Demokraten diskreditieren und Israels Premier Benjamin Netanjahu von außen im Wahlkampf Schützenhilfe zu leisten ziemt sich beides nicht.

Der Streit um die Einreisesperre gegen die zwei Kongressabgeordneten wirft einmal mehr die Frage auf: Wo endet Israelkritik und wo beginnt Israelfeindlichkeit? Auch Deutschland und die EU stören sich an der israelischen Siedlungspraxis in den Palästinensergebieten. 

 Wer Israels Politik gegenüber den Palästinensern kritisiert, ist aber nicht gleich Antisemit. Das ist bei Vielen leider noch immer nicht angekommen.


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