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16.08.2019, 16:15 Uhr KOMMENTAR

SPD kann auf gutes Bewerberfeld hoffen

Ein Kommentar von Klaus Wieschemeyer


Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius will SPD-Bundeschef werden. Foto: Gert WestdörpNiedersachsens Innenminister Boris Pistorius will SPD-Bundeschef werden. Foto: Gert Westdörp

Hannover. Die Suche nach einer neuen SPD-Spitze drohte für die Partei zum Desaster zu werden. Nun keimt Hoffnung, dass das Bewerberfeld interessant wird.

Nun hat die SPD also doch ihr erstes Schwergewicht in der zähen Kandidatensuche. Mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz bringt sich eine Schlüsselfigur aus der ersten Reihe der Bundespolitik ins Spiel. Doch ein Erfolg für den Vizekanzler ist alles andere als garantiert. Für viele Genossen steht Scholz für die ungeliebte Groko und den fortgesetzten Abstieg der Nahles-Zeit – und nicht für einen Neustart.

Das Bewerberduo Boris Pistorius und Petra Köpping mag angesichts der Scholz-Ankündigung nur Außenseiterchancen haben. Doch dem niedersächsischen Innenminister und der sächsischen Integrationsministerin ist mit der Bewerbung ein Coup gelungen: Die Profile der beiden kommunal geprägten Landespolitiker ergänzen sich gut: Der westdeutsche Mann und die ostdeutsche Frau treten auf Augenhöhe mit breitem Themenspektrum an. Ein Überraschungs- oder wenigstens Achtungserfolg ist möglich. 

Zudem kann die Partei inzwischen auf weitere vielversprechende Kandidaten hoffen. Nachdem Olaf Scholz angesichts der desolaten Lage der SPD seine Absage an den Spitzenjob zurückgenommen hat, könnte das auch andere SPD-Granden ermutigen. Und so manch möglicher Kandidat hält sich immer noch bedeckt: Wenn Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erklärt, dass sich die Kandidaturen „noch im Fluss“ befinden, kann dies durchaus in eigener Sache gemeint sein.


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