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16.08.2019, 14:38 Uhr KOLUMNE

"Kims Hotel" - Posse um Billig-Absteige auf Nordkoreas Botschaftsgelände

Von Tobias Schmidt


Übernachten auf Nordkoreas Botschaftsgelände: Das City Hostel in Berlin
Foto: dpaÜbernachten auf Nordkoreas Botschaftsgelände: Das City Hostel in Berlin Foto: dpa

Berlin. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un - der "Irre mit der Bombe" ("Spiegel") - provoziert nach Lust und Laune. Am Freitag ließ er mal wieder zwei Raketen abfeuern, um gegen ein Manöver von USA und Südkorea zu protestieren.

Während der verarmte und abgeschottete Staat eifrig an seinem Atomwaffenprogramm bastelt, macht Kim mit einem Hotel in Berlin seit Jahren blendende Geschäfte. Die Billig-Absteige "City Hostel" liegt auf dem Gelände der nordkoreanischen Botschaft. Pjöngjang ist der Pächter und kassiert mit, wenn Touristen aus der ganzen Welt dort mitten im Regierungsviertel zwischen Brandenburger Tor und Checkpoint Charly schlummern. 

Vor drei Jahren schon hat der UN-Sicherheitsrat solche Geschäfte verboten, um Nordkorea von jeglichen Quellen zur Finanzierung seines Atomprogramms abzuschneiden. Beim Versuch, die Resolution umzusetzen, wird Berlin ein ums andere Mal von Nordkorea ausgetrickst. Der jüngste Kniff: Zwar kündigte die Botschaft dem Betreiber und reichte gar eine Räumungsklage ein. Doch weil der Gerichtskostenvorschuss nicht gezahlt wird, bleibt die Klage in der Schublade liegen, wie die "Süddeutsche Zeitung" herausfand.

Während Nordkorea die Weltgemeinschaft in Atem hält, heißt es also in Berlin bis auf weiteres: Willkommen in Kims Hotel.


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