Kritik an Regierungsprogramm Experte fordert Quote für mehr E-Autos

Ein Elektroauto des Typs Tesla S lädt an einer Stromtankstell in Stuttgart. Foto: Lino Mirgeler/dpaEin Elektroauto des Typs Tesla S lädt an einer Stromtankstell in Stuttgart. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Osnabrück. Fahrer von Elektroautos können mit einer längeren steuerlichen Förderung rechnen. Die Bundesregierung hat dazu ein milliardenschweres Steuerpaket auf den Weg gebracht. Experten fordern, es nicht dabei zu belassen.

Die Bundesregierung schöpft nach Ansicht  von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer  wichtige Möglichkeiten zur Förderung der Elektromobilität nicht aus. Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, sagte unserer Redaktion, auch von den am Mittwoch beschlossenen Maßnahmen erwarte er keinen großen Schub. Er plädierte dafür, nicht nur auf steuerliche Förderung etwa bei Firmenwagen zu setzen, sondern zudem eine Elektroquote für Auto-Vermieter und sogenannte Car-Sharer einzuführen.  

Dudenhöffer argumentiert, Vermieter-Autos seien auch Testwagen für Verbraucher, „denn die Kunden können ohne länger wirkende Verpflichtung neue Technologien ausprobieren“. Damit seien Leihwagen wichtiger als Firmenwagen mit Elektroantrieb, die durch Steuervorteile begünstigt würden.

Laut Dudenhöffer sind in den vergangenen Jahren jeweils durchschnittlich rund 370.000 Pkw-Neuwagen an Vermieter und Carsharer verkauft worden. „In diesem Jahr dürften es 400.000 werden. Das entspricht knapp 12 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Pkw-Neuwagen.“ Zudem gingen Vermieterfahrzeuge nach kurzer Zeit - meist sechs Monate – in den Gebrauchtwagenmarkt.

Allerdings entscheiden sich die Dienstleiter bisher nur selten für Elektroautos. Lediglich 0,3 Prozent der von ihnen im ersten Halbjahr 2019 zugelassenen Neuwagen waren rein batteriegetrieben, so Dudenhoffer. Er drängt deshalb darauf, den Vermietern und Sharing-Unternehmen per Quote vorzuschreiben, dass sie einen bestimmten Anteil an Elektroautos einsetzen müssen. Das hätte nach seinen Worten auch den Vorteil, dass keine Steuermittel benötigt würden.

Das neue  Maßnahmenbündel der Bundesregierung  zur Förderung der Elektromobilität sieht unter anderem  Sonderabschreibungen für Elektro-Lieferfahrzeuge vor. Außerdem soll das Steuerprivileg für Elektroautos, die als  Dienstwagen laufen, verlängert werden.  Zwar sind die Neuzulassungen von E-Autos zuletzt gestiegen, sie bewegen sich aber immer noch auf einem niedrigen Niveau . 


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