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31.07.2019, 18:48 Uhr INITIATIVE FÜR ELEKTROMOBILITÄT

E-Autos: Steuergeschenke allein reichen nicht

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Mit ihnen steht und fällt die Entwicklung der Elektromobilität: Ladestationen für E-Autos. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaMit ihnen steht und fällt die Entwicklung der Elektromobilität: Ladestationen für E-Autos. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Osnabrück. Fahrer von Elektroautos können mit einer längeren steuerlichen Förderung rechnen. Die Bundesregierung hat ein entsprechendes Steuerpaket auf den Weg gebracht. Das ist zu begrüßen. Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es allerdings noch deutlich mehr. Ein Kommentar.

Der Fahrspaß ist groß, die Reichweite leider meist noch gering. Das ist und bleibt das zentrale Problem beim Absatz von E-Autos. Die Furcht, saft- und kraftlos liegen zu bleiben, hält vor allem Fahrer, die längere Strecken zurücklegen müssen, vom Kauf ab.

 Es reicht deshalb nicht, Autokäufern Steuerprivilegien einzuräumen. Zugleich muss deutlich mehr geschehen, um die Zahl der Ladestationen zu erhöhen. Ein dichtes Netz solcher Strom-Tankstellen – idealerweise mit Schnellladevorrichtungen – ist Voraussetzung dafür, dass mehr E-Autos benutzt und gekauft werden. Dazu aber findet man nur wenig im neuen Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität.

Es ist deshalb nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Das ist umso bedauerlicher, als auch der Verkehrssektor einen signifikaten Beitrag leisten muss, wenn Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen will. Dass dies noch gelingt, erscheint unwahrscheinlich. Denn auf absehbare Zeit wird es beim Nebeneinander von Verbrennern und Elektromobilen bleiben. Das zeigt schon der Blick auf die Zulassungsstatistiken, in denen Diesel und Benziner nach wie vor klar vorne liegen – und Elektrofahrzeuge unter „ferner liefen“ rangieren. Auch braucht es mehr Ökostrom, damit Elektromobilität tatsächlich ein Beitrag zum Klimaschutz sein kann.


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