"100 Euro zu wenig" Kipping fordert Verdoppelung von Schulbedarfsleistungen

Schon ein neuer Schulranzen kostet viel Geld.
Foto: David Ebener/dpaSchon ein neuer Schulranzen kostet viel Geld. Foto: David Ebener/dpa

Berlin. Am 1. August erhalten anspruchsberechtigte Eltern 100 Euro an Schulbedarfsleistungen pro Kind. Das sind zwar 30 Euro mehr als bislang, reicht aber nach Ansicht von Linken-Chefin Katja Kipping nicht aus.

"Kinder, die neu eingeschult werden oder auf die weiterführende Schule wechseln, bekommen nur die Hälfte von dem, was sie eigentlich benötigen", sagte Kipping im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Nach 100 Euro am 1. August gibt es am 1. Februar weitere 50 Euro für das zweite Schulhalbjahr. Bisher waren es 70 Euro im August und 30 Euro im Februar. Laut einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Institutes der Evangelischen Kirche fehlten aber auch nach der Erhöhung im Einschulungsjahr sowie bei Übergängen in weiterführende Schulen bis zu 100 Euro, sagte Kipping. 

"Die Pauschale für den persönlichen Schulbedarf muss also dringend angehoben werden", so die Linken-Chefin. "Die Auszahlung im August sollte auf 200 Euro verdoppelt werden, also insgesamt 250 Euro statt 150 Euro für das Schuljahr".

Darüber hinaus müssten Ausgaben für PCs, Laptops oder Tablets, die Schüler für Hausarbeiten und Referate benötigen, übernommen werden, forderte die Linken-Chefin weiter. Jobcenter erkennen bis zu 600 Euro pro Jahr an Mehrbedarfen an, aber nur, wenn die Eltern dies einklagen. "Das zeigt, dass vielen Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Familien ihr Recht auf gute Lernbedingungen vorenthalten wird," beklagte Kipping.

Schulbedarfs-Leistungen können neben Hartz-IV-Haushalten auch Eltern beantragen, die Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen oder die Bildungs- und Teilhabebedarfe ihrer Kinder nicht decken können.


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