Mehrere Verletzte in Melilla 200 Menschen versuchen Grenzzaun zu spanischer Exklave zu stürmen

Von afp

Flüchtlinge auf dem Grenzzaun, der Melilla von Marokko trennt – eine Aufnahme aus dem Jahr 2014. Foto: F.G. Guerrero/EFE/dpaFlüchtlinge auf dem Grenzzaun, der Melilla von Marokko trennt – eine Aufnahme aus dem Jahr 2014. Foto: F.G. Guerrero/EFE/dpa 

Melilla. Die Exklave Melilla im Norden Afrikas ist offiziell EU-Gebiet. Immer wieder ist es Ziel von Flüchtlingen. Nun haben erneut Migranten den Versuch gestartet, den Grenzzaun zu überwinden.

Am Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla haben erneut Migranten den Versuch gestartet, auf EU-Gebiet zu gelangen. Etwa 200 Menschen versuchten am Freitag, den Grenzzaun zu stürmen. Etwa 50 von ihnen schafften es nach Angaben der spanischen Behörden auf spanisches Territorium. Zwei Migranten sowie mehrere Grenzbeamte wurden verletzt.

Einer der beiden verletzten Migrant habe sich bei der Aktion ein Bein gebrochen und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, erklärte ein Sprecher des spanischen Regierungsgesandten in Melilla. Sechs spanische Grenzbeamte erlitten demnach leichte Verletzungen.

Bereits im Mai waren 52 Migranten bei einem ähnlichen Versuch über den Grenzzaun geklettert. Insgesamt sei in diesem Jahr der "Druck an der Grenze" aber nicht sehr groß, sagte der Sprecher.

Folgen der Balkanrouten-Sperrung

Melilla liegt wie die zweite spanische Exklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste. Rund um die beiden Städte befinden sich die einzigen EU-Außengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Daher versuchen Flüchtlinge immer wieder, von Marokko aus über die Grenzanlagen EU-Boden zu erreichen.

Nach der Sperrung der Balkanroute und angesichts der restriktiven Einwanderungspolitik von Italiens rechtsextremen Innenminister Matteo Salvini hat sich Spanien vergangenes Jahr zum Hauptankunftsland für Flüchtlinge in der EU entwickelt.

Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 15.000 Migranten in Spanien an, davon etwa 12.000 über das Mittelmeer. Mehr als 200 Bootsflüchtlinge kamen demnach bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben oder werden seither vermisst.

Der Umgang mit Einwanderern ist in der EU weiter stark umstritten. Am Donnerstag gelang es den EU-Innenministern bei einem Treffen in der finnischen Hauptstadt Helsinki keine Einigung. Italien und Malta lehnten einen deutsch-französischen Vorschlag ab, zeitlich befristet über das Mittelmeer kommende Migranten auf einige andere Länder zu verteilen.


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