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14.07.2019, 16:31 Uhr KOMMENTAR

AfD-Streit: Zeit für klare Kanten

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Auch Thüringens Landeschef Björn Höcke (AfD) hat beim Wahlkampfauftakt gesprochen. Vor rund einer Woche kritisierte er den Bundesvorstand scharf. Foto: Jörg Carstensen/dpaAuch Thüringens Landeschef Björn Höcke (AfD) hat beim Wahlkampfauftakt gesprochen. Vor rund einer Woche kritisierte er den Bundesvorstand scharf. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Osnabrück. Einigkeit beim Wahlkampf: Trotz innerparteilicher Querelen demonstriert die AfD beim Auftakt in Cottbus Geschlossenheit. Ein Kommentar.

Der rechtsnationale „Flügel“ unter sich: Zum Wahlkampfauftakt im Osten demonstrieren die AfD-Landeschefs aus Brandenburg, Sachsen und Thüringen, Andreas Kalbitz, Jörg Urban und Björn Höcke, Einigkeit. Von innerparteilichen Richtungskämpfen, ausgelöst durch Höckes Kritik am Bundesvorstand, keine Spur. Auch Jörg Meuthen erteilte einer Spaltung der Partei eine Absage, reiste allerdings vor dem gemeinsamen Gruppenbild wieder ab – eine wenn auch schwache Distanzierung von den Landeschefs, allen voran Björn Höcke.

Die Richtungsdebatte, die es seit Gründung der AfD und mit ihrem kontinuierlichen Driften nach rechts gibt, ist im Wahlkampf jedoch nur aufgeschoben. Es stellt sich die Frage: Wer ist hier Flügel und wer die Mitte der Partei?

 Können 40 Prozent der AfD-Anhänger im Osten, die dem Flügel angehören, noch als Randgruppe bezeichnet werden? Wohl eher nicht. Und auch im Westen gibt es rechtsnationale Tendenzen. Ein Beispiel ist die trotz Parteiausschlussverfahren erst kürzlich wiedergewählte Landeschefin in Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein.

Wer in diesem Richtungsstreit die Oberhand hat, wird man beim kommenden Bundesparteitag sehen. Da haben die gemäßigten Mitglieder der Partei die Möglichkeit, klar Kante zu zeigen – und Höcke, wenn er für den Bundesvorstand kandidiert, seine Grenzen aufzuzeigen. 


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